Rausch

Zucker, Kaffee und Tee

Zuckerwürfel

Ausstellung im „Zwischenraum“

Zucker, Kaffee und Tee sind als Nahrungsmittel in unserem Alltag sehr präsent. In der Geschichte besitzen sie oftmals einen hohen politischen Stellenwert. Im heutigen globalen Kontext spielen Zucker, Tee und Kaffee auch im Neo-Kolonialismus eine Rolle.

Als ein öffentlicher Bildungsort bietet das Museum am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt (MARKK) eine Plattform, in der über die gesellschaftliche und politische Bedeutung von Zucker, Kaffee und Tee diskutiert werden kann. Zusammen mit seinen Besucher*innen tritt das Museum in einen Dialog über die Auswirkungen von Zucker-, Kaffee- und Teekonsum auf unsere Gesundheit und ihre Bedeutung in der heutigen post-migrantischen deutschen Gesellschaft. Dazu zeigt das MARKK eine Ausstellung zum Thema „Rauschmittel im Supermarkt“. Obwohl sie zu den Rauschmitteln zählen, haben sie im Vergleich zu „harten“ illegalen Drogen wie Kokain oder Heroin ein harmloses Image. Durch zuckerbedingte Gesundheitsprobleme sterben aber beispielsweiße weltweit mehr Menschen als durch illegale Drogen.

Seit Mai 2020 verbietet der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Zuckerzusatz in Tees für Säuglinge und Kleinkinder. Deutsche Expert*innen kritisierten diese Maßnahme als Ablenkungsmanöver, weil viele Produkte mit hohem Zuckeranteil trotzdem für Kinder und Jugendliche im Supermarkt zugänglich sind. In einem Interview fordert Dario Sarmadi (Politikwissenschaftler/ Foodwatch) eine Verschärfung der Vorgaben für die Lebensmittelindustrie. Er schlägt vor, dass Produkte mit hohem Zuckeranteil nur mit einer Warnung auf der Verpackung verkauft werden dürfen. Die aktuelle Diskussion führt auch zu einer kritischen Hinterfragung der Macht großer Nahrungsmittelhersteller auf das Konsumverhalten der Verbraucher.

 

Warum können Rauschmittel wie Zucker, Tee und Kaffee zu einer Abhängigkeit führen? Und ab wann können diese Mittel für uns gefährlich sein? Die Ausstellung versucht das harmlose Image von Zucker, Kaffee und Tee als Nahrungsmittel zu hinterfragen, und stellt ihren politischen Einfluss für die Gesellschaft in den Vordergrund.
Die Ausstellung schafft einen Raum für die ganze Familie, in dem Menschen aus jeder Altersgruppe mitdiskutieren können. Dadurch entstehen Austausch-Momente unter den Besucher*innen. Die Ausstellung beinhaltet einen partizipativen Bereich, in dem die Atmosphäre des Einkaufens im Supermarkt simuliert wird. Dank der großen und diversen Sammlung des MARKKs werden in der Ausstellung interessante historische Objekte mit zeitgenössischen Objekten zusammengebracht. Historische Objekte aus der Sammlung erzählen über die Rolle von Zucker, Kaffee und Tee in unterschiedlichen Ritualen und ihren historisch-politischen Einfluss. Zeitgenössische Objekte sowie Verpackungen von Tee- und Kaffeeprodukten verbinden die Geschichte mit der Gegenwart. Sie zeigen den noch existierenden kolonialen Einfluss von Zucker, Kaffee und Tee als Handelsware im heutigen globalen Kontext, welcher heute durch das Verpackungsdesign und Firmenlogos noch sichtbar ist. Mit dieser Ausstellung beschäftigt sich das MARKK mit der Kultur des bewussten Einkaufens. Die Ausstellung wird von März 2021 bis April 2021 gezeigt.

Vermittlungsprogramm

Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für Erwachsene und Kinder- und Jugendliche begleitet die Ausstellung.

Die Führung „Rausch und Ritual“ fokussiert sich auf den Vergleich von Drogen im Kulturvergleich und verbindet die Exponate aus der Ausstellung „Rauschmittel im Supermarkt“ mit Objekten aus den Ausstellungen „Erste Dinge“ und „Schätze der Anden“.

In dem Workshop „Rauschmittel im Supermarkt“ wird sich über die Bedeutung von Zucker, Kaffee und Tee für Hamburger*innen auseinandergesetzt. Wo kaufen Hamburger*innen Zucker, Kaffee und Tee? Wann konsumieren wir sie? Wie viel konsumieren wir davon? Woher kommen Zucker, Kaffee und Tee heutzutage? Wer bringt diese Waren heute nach Hamburg? Warum zählen Zucker, Kaffee und Tee zu Rauschmittel? Mit diesen und anderen spannenden Fragen beschäftigen sich junge Teilnehmer*innen des Workshops „Rauschmittel im Supermarkt“.

Aktuellen Termine finden Sie unter unserem Terminkalender.

Aus der Ausstellung

Tee-Werbeschild
Opiumrauchen in Canton, China, Foto um 1900

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