In Gedenken an Boris Kegel-Konietzko (1925-2020)

Schultermaske aus Guinea, Westafrika

Das Museum am Rothenbaum trauert um Boris Kegel-Konietzko, der in hohem Alter am 3. Oktober 2020 nach einem erfüllten Leben verstorben ist. Die Geschichte des Museums ist eng mit der Familiengeschichte Konietzko verbunden. Boris Kegel-Konietzko wurde am 8. Februar 1925 in Hamburg geboren. Er war der Sohn des bekannten Forschungsreisenden und Ethnographica-Händlers Julius Konietzko. Objekte aus dessen umfangreichen Sammlungsreisen auf allen Kontinenten waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Grundstock von Sammlungen¸ im Besonderen der Europa-Bestände. Boris Kegel-Konietzkos Mutter, Lore Konietzko, später Lore Kegel, beteiligte sich an den Sammlungsreisen ihres Mannes und war ebenfalls eine bedeutende Forschungsreisende und später Händlerin afrikanischer Kunst.

Nach seinem Studienabschluss als Diplom-Biologe im Jahr 1952 arbeitete Kegel-Konietzko zunächst als Zoologe im Kongo. Ab 1955 führte er Forschungsreisen im Kongo durch, bei denen er neben Sprach- und Musikstudien Objekte für die Kunsthandlung seiner inzwischen wieder verheirateten Mutter erwarb. 1957 stieg Kegel-Konietzko bei der Firma seiner Mutter ein, die von da an den Namen „Kegel und Konietzko – Exotische Kunst“ trug. 1958 und 1959 folgten zwei ausgedehnte Studien- und Einkaufsreisen mit seiner Mutter durch Zentral- und Westafrika. Zahlreiche Sammlungsgegenstände von Boris Kegel-Konietzko und seiner Mutter Lore Kegel finden sich in vielen großen Museen der Welt. 1964 wurde Boris Kegel-Konietzko Alleininhaber der Firma „Boris Kegel-Konietzko Ethnographica“, die er bis zu seinem Tod zusammen mit seiner Frau Ingeborg führte.

Kegel-Konietzko war ein sorgfältiger Verwalter des ethnografischen Erbes seines Vaters. Er hatte wie dieser ein langjähriges Verhältnis zu unserem Haus. Zuletzt stiftete er dem Museum im August 2019 eine wertvolle Baga D´mba Schultermaske aus Guinea, Westafrika. In der Sammlung befinden sich weitere Werke aus Afrika, einige bedeutende Objekte stammen auch aus Europa. Herausragendes Beispiel ist hierfür der so genannte Gall´sche Schädel, der aus der Studiensammlung des deutschen Arztes Franz Joseph Gall stammte. Dieser wurde 1812 in Paris zu Forschungszwecken beschriftet.

Unser tiefes Mitgefühl gilt Boris Kegel-Konietzkos Familie und allen Angehörigen.

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