Nordafrika, Vorder- und Zentralasien

Dieser Sammlungsbereich umfasst Bestände islamisch geprägter Gesellschaften Nordafrikas, Vorder- und Zentralasiens. Abgesehen von einigen archäologischen Konvoluten stammen die Sammlungen überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert und umfassen vorwiegend Objekte traditioneller und moderner Alltagskultur aus dem städtischen, ländlichen und nomadischen Umfeld. Zahlreiche Beispiele islamischer Kunst und Kunsthandwerks ergänzen die Sammlung.

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Die von der deutsche Ethnologin Ulla Johansen in den 1950er Jahren im Rahmen einer Feldforschung bei den in Anatolien beheimateten Yörük-Nomaden gesammelten Dinge und ihre umfangreiche photographische Dokumentation sind Teil dieser Sammlung.

Kleinere Konvolute, aus den Ländern des Maschriq – Ägypten, Palästina und das historische Mesopotamien (heute Syrien, südliche Türkei, Irak) – geben Einblicke in lokales Handwerk und häusliches Leben und beinhalten auch Textilien und Waffen. Eine kleinere Sammlung persischer bzw. iranischer Objekte umfasst neben Waffen, Lackarbeiten, Glasmalereien und Textilien.

Ein Sammlungsschwerpunkt liegt auf der südlichen Arabischen Halbinsel. Erwähnenswert ist hier vor allem die Sammlung vorislamischer archäologischer und zeitgenössischer ethnographischer Objekte des in Schleswig Holstein geborenen Hamburger Geographen Carl Rathjens (1887-1966). Er hatte diese ab 1927 auf mehreren Reisen in den damals für westliche Besucher noch nahezu unzugänglichen und unerforschten Jemen angelegt. Ergänzt durch einen ebenso umfangreichen Fotobestand bildet sie ein einzigartiges Zeitdokument. Die wenigen Objekte aus Saudi-Arabien und Kuweit konnten durch Schenkungen aus dem Nachlass von Hans-Wolfgang Schwedhelm aus dem Oman ergänzt werden.

Umfassender sind die Bestände aus der Region Zentralasien. 1906 gelangte eine komplette Jurte kasachischer Nomaden über den Ethnographica-Händler Umlauff ins Museum. Sie wurde später durch ein turkmenisches Beispiel ergänzt. Diese stammt von Jomut-Turkmenen im Nord-Iran aus den 1940er Jahren und kam 1970 mit kompletter Inneneinrichtung ins Haus. 2017 erhielt das Museum eine zeitgenössische Jurte aus Kirgisistan von der in Deutschland lebenden Familie Kydyrbaeva und der kirgisischen Gemeinschaft als Geschenk überreicht. Die beiden Hamburger Ärzte Bernd Augustin und Stefan Völcker stifteten dem Museum in den letzten Jahren archäologische und ethnographische Objekte jüngeren Datums, vor allem Teppicherzeugnisse zentralasiatischer Nomaden.

Schwerpunkt des Sammlungsbereichs Nordafrika aus den Maghreb-Ländern Marokko, Algerien und Tunesien ist eine umfangreiche Sammlung marokkanischer Keramiken, Töpfereigeräte und Specksteinarbeiten. Sie kam 1980 und 1988 im Rahmen eines Feldforschungsprojekts des damaligen Abteilungsleiters Rüdiger Vossen ins Haus. Neben Produkten aus bekannten städtischen Keramikzentren beinhaltet sie auch zahlreiche Stücke aus ländlichen Töpfereien, viele davon aus Amazigh-Regionen.

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