Dinosaurierfragmente und Usambaraveilchen. Naturwissenschaftliche Sammlungen aus kolonialen Kontexten

Gespräch mit Dr. Holger Stoecker, Dr. Matthias Schultz (Oberkustos, Herbarium Hamburgense) und Mareike Späth (MARKK)

Woher stammen die Dinge, die sich in Sammlungen an Museen und Universitäten befinden? Diese Frage ist nicht nur für ethnografische Sammlungen relevant, sondern betrifft auch naturkundliche Museen. Holger Stoecker hat sich intensiv mit der wechselvollen kolonialen und (wissenschafts-)politischen Geschichte eines der bekanntesten Berliner Museumsobjekte, dem Skelett eines Brachiosaurus brancai, befasst. Matthias Schultz ist in Hamburg für eine international bedeutende Pflanzensammlung verantwortlich, die einen Zeitraum von über 200 Jahren abdeckt. Im Gespräch mit Mareike Späth hinterfragen sie die Historie von Dinosaurierfragmenten und Usambaraveilchen in deutschen Sammlungen.

Eine Veranstaltung im Rahmen von „100 Jahre Wissenswerft“, dem Jubiläum der Universität Hamburg.
Mit freundlicher Unterstützung der Freunde des Museums am Rothenbaum e. V.

Kosten

Der Eintritt ist frei.

Ab 16 Uhr können Sie kostenfrei donnerstags das MARKK besuchen.
Unser Tipp: Besuchen Sie die Ausstellung „Amani. Auf den Spuren einer kolonialen Forschungsstation“ vor der Veranstaltung!

Über die Referent*innen

Holger Stoecker ist Historiker und untersuchte im Verbundprojekt „Dinosaurier in Berlin“ 2015-2018 die koloniale Geschichte der afrikanischen Dinosaurier im Berliner Museum für Naturkunde. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit der afrikanisch-deutschen Kolonial- und Wissenschaftsgeschichte sowie mit Provenienzforschungen zu Sammlungsobjekten aus kolonialen Kontexten. Er ist Mitautor des Werks „Dinosaurierfragmente: Zur Geschichte der Tendaguru-Expedition und ihrer Objekte, 1906 – 20172.

Matthias Schultz ist Diplom-Biologe (Uni Rostock) mit Promotion in systematischer Botanik (Uni Kaiserslautern). Forschung zur Taxonomie, Systematik und Evolution von Flechten (lichenisierte Ascomyceten) mit Geländearbeit u.a. in Venezuela, Jemen, USA und Mexiko, Namibia. Er ist Mitautor „Die Flechten Deutschlands“ erschienen bei Ulmer 2013 (2 Bände) und des Werks der „Rote Liste der Flechten Deutschland“ (2011).
Von 2005-2015 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Herbarium Hamburgense v.a. Digitalisierung sog. Typusbelege. Seite 2015 ist Matthias Schultz Kustos am Herbarium Hamburgense der UHH und seit 2016 Oberkustos.
Beteiligung an Ausstellungsprojekten: „Die Welt als Wald“ (CeNak), „Dietrich Brandis – der vergessene Botaniker“ (Handelskammer), „Humboldt lebt!“ (CeNak, Loki-Schmidt-Museum, Botanischer Garten), „Amani“ (MARKK)

Mareike Späth ist Ethnologin am MARKK für den Sammlungsbereich Afrika. Sie befasst sich mit der Erforschung von Provenienzen und Sammlungszusammenhängen und hat die Ausstellung Amani. Auf den Spuren einer kolonialen Forschungsstation co-kuratiert.

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