Geschichte des Museums

Die wechselhafte Geschichte des Museums am Rothenbaum spiegelt sich seit seiner Gründung als Culturgeschichtliches Museum im Jahr 1871 in seinen unterschiedlichen Bezeichnungen wieder. Zu jeder Zeit stellte sich das Haus neuen wissenschaftlichen sowie gesellschaftlich-politischen Entwicklungen. Damit gingen immer wieder Fragen nach der Rolle des Museums für Stadtgesellschaft, Wissenschaft und Museumslandschaft einher. 

Zwei Frauen, Gespräch, Gesten, s/w Fotografie

Der Beginn der Sammlung

Die Geschichte des Museums begann mit der überschaubaren ethnographischen Sammlung der Stadtbibliothek Hamburgs. Seit den 1840er Jahren befanden sich ihre Objekte in der Gelehrtenschule des Johanneums, dem heute ältesten Gymnasium der Stadt. Allerdings gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die durch Schenkungen von Bürger*innen zusammengetragenen Gegenstände dort je ausgestellt wurden.

1867 übernahm der Naturwissenschaftliche Verein die Verwaltung der Sammlung. Unter Adolph Oberdörffer und Ferdinand Worlée wurden die 645 ethnographischen Objekte erstmalig in einem Verzeichnis festgehalten, gereinigt und in den Räumen des Naturhistorischen Museums öffentlich zugänglich gemacht. Oberdörffer und Worlée führten gleichzeitig eine Ordnung der Sammlung nach den Regionen Asien, Amerika, Afrika, Australien und Europa ein. 1871 erhielt die Sammlung ihren ersten eigenen Namen – Culturgeschichtliches Museum. Mit der dadurch gewonnenen Sichtbarkeit wuchs auch der Wunsch nach einem eigenen Museumsgebäude in der Stadt. Dieser Bitte kam man in Hamburg vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses an der Erforschung sogenannter „außereuropäischer“ Kulturformen gerne nach.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in zahlreichen europäischen Metropolen Museen dieses neuen Typs – Völkerkundemuseen – gegründet. Entsprechend versprach das Sammeln von Gegenständen verschiedener geographischer Regionen neben wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem einen Zuwachs an internationalem Renommée. Eng verzahnt mit der sich etablierenden Wissenschaftsdisziplin der Anthropologie wurde in den Museen jedoch nicht nur zwischen „europäischen“ und „außereuropäischen“ Kulturen unterschieden, sondern auch versucht, Menschen und Kulturen nach Ähnlichkeiten und Differenzen zu ordnen. Daraus entwickelte sich ein hierarchisches Modell, das von einer Entwicklung sogenannter „Naturvölker“ hin zu „Kulturvölkern“ ausging. Der gleichen Hierarchisierung unterlagen ihre Objekte und die ihnen jeweils zugeschriebenen Wissensproduktionen.

Ansicht des historischen Sammlungsverzeichnisses, Titelblatt
Historische Radierung, Ansicht Johanneum Hamburg

Die Eingrenzung des Inventars

1878 zog das Culturgeschichtliche Museum in das neue Gebäude der Gewerbeschule am Steintorplatz um. Um das eigene Sammlungsprofil stärker gegen das 1874 gegründete Museum für Kunst und Gewerbe abzugrenzen, benannte sich das Museum 1879 in Museum für Völkerkunde um. Und man begann, entlang kolonialer Klassifikationsmuster nicht-europäische und ethnographische Gegenstände systematisch von einem Kunst- und Gewerbeinventar zu trennen.
Das Museum erfreute sich zur damaligen Zeit großer Beliebtheit. Unter wechselnder Leitung – bis 1896 führte der Hamburger Überseekaufmann Carl W. Lüders das Haus, danach verwaltete es der Direktorial-Assistent Karl Hagen kommissarisch bis 1904 – stiegen die Besucher*innenzahlen stetig, ebenso wie die Mittel für den Sammlungsunterhalt. Die Sammlung selbst vervielfachte sich jährlich durch zahlreiche Schenkungen. So besaß das Museum 1879 einen Bestand von 1.834 Objekten. Zum Zeitpunkt von Lüders Tod im Jahre 1896 war die ethnographische Sammlung bereits auf 11.946 Stücke angewachsen. Die Bibliothek – heute ca. 90.000 Bücher und 200 laufende Zeitschriften – umfasste damals etwa 790 Bände. Die vorherrschende Platznot wurde durch einen erneuten Umzug in das Galeriegeschoss des Naturhistorischen Museums am Schweinemarkt im Herbst 1890 nur vorübergehend beseitigt.

Hamburgs weit ausgedehnte Handelsverbindungen sowie deren Vernetzung im europäischen Kolonialismus trugen wesentlich zur Sammlungserweiterung bei. Hinzu kam die Annahme, dass bestimmte Kulturen durch westliche Modernisierungsprozesse bedroht seien. Das Sammeln der entsprechenden Objekte sollte – so eine vielfach wiederholte Begründung – das Wissen über diese Kulturen „bewahren“. Wichtiges Ziel der entstehenden ethnographischen Museen war es außerdem, ein Wissen über die Kulturgeschichte der Menschheit zu generieren, die man durch das Studium der materiellen Erzeugnisse und deren Vergleich erschließen wollte. Dabei ging es auch darum, die eigene (europäische) Identität in Abgrenzung zu „außereuropäischen“ Kulturen zu definieren. Durch die Darstellung und Hierarchisierung von als statisch und abgeschlossen vorgestellten „Völkern“ in Ausstellungen waren die Museen daran beteiligt, die existierenden Bilder der Macht und Überlegenheit Europas und der modernen Wissenschaft zu untermauern. Dies wiederum unterstützte die Legitimierung von Kolonialpolitik – Hand in Hand gehend mit der damals populären Darstellung von Menschen und Objekten in Kolonial- und Weltausstellungen. Das bekannteste Hamburger Beispiel waren die sogenannten „Völkerschauen“ von Carl Hagenbeck.

Unter Karl Hagens kommissarischer Verwaltung (1896 bis 1904) wuchs der Sammlungsbestand auf rund 20.000 Objekte weiter an. In diesen Jahren wurden auch etwa 50 Kunstwerke aus dem Königreich Benin erworben, die in Folge eines britischen Kolonialkriegs 1897 in den Handel kamen. Über welche Wege diese Objekte an das Museum gelangten ist bis heute nicht vollständig geklärt und gehört zu einem von vielen Forschungsaufträgen, denen sich das Museum am Rothenbaum gemeinsam mit anderen Institutionen widmet.

Innenansicht, Naturhistorisches Museum Hamburg um 1890, Sammlung Culturhistorisches Museum, s/w Fotografie
Innenansicht, Naturhistorisches Museum Hamburg um 1890, Sammlung Culturhistorisches Museum, s/w Fotografie
Außenansicht, Naturhistorisches Museum Hamburg um 1890, s/w Fotografie

Im eigenen Haus

Bereits Hagen hatte aufgrund der rapide anwachsenden Sammlung damit begonnen, intensive Verhandlungen mit Senat und Bürgerschaft über einen Neubau an der Rothenbaumchaussee und die Berufung eines Direktors zu führen. Insbesondere prominente Schenker*innen erwarteten, dass ihre Objekte nicht nur Studienzwecken dienten, sondern in Ausstellungen präsent waren. In der Folge wurde Georg Thilenius 1904 als erster hauptamtlicher Direktor des Museums eingesetzt. Mit Blick auf andere ethnographische Sammlungen in Deutschland baute der Senat außerdem das Personal aus und erhöhte die Ankaufsmittel. Ziel war es vor allem, Arbeitsprozesse im Bereich der Sammlungsverwaltung zu verbessern. Zu den wichtigen Veränderungen in dieser Zeit zählen die Aufgabenteilung der Wissenschaftler*innen nach Regionen, das Schaffen erster wissenschaftlicher Stellen im Bereich Konservierung, die Aufstockung der technischen Hilfsarbeiterinnen (vor allem Zeichnerinnen), die Einrichtung einer Lichtbildnerei nebst Beschäftigung einer Fotografin und die Einrichtung eines Fotoarchivs durch Trennung der fotografischen Objekte vom Bestand der Bibliothek. Bedingt durch die beschleunigte Industrialisierung der Fotografie waren bereits in den 1890er Jahren große Bildbestände im Museum zusammengekommen. Sie bildeten den Grundstock der heutigen fotografischen Sammlung, die fast 450.000 Nummern umfasst.

Die Entscheidung für einen Neubau erfolgte schließlich 1908. Vier Jahre später wurde das Gebäude von Albert Erbe im späten Jugendstil fertiggestellt, heute steht es unter Denkmalschutz. Ursprünglich war es nur als erster Teil eines zukünftigen Gesamtbaus gedacht. Die zweite Gebäudehälfte bis hin zur Feldbrunnenstraße sollte aufgrund der folgenden Weltkriege jedoch nie realisiert werden. Auch die neuen Räume wurden nur schrittweise bezogen. Die für 1914 in den Schausälen geplante Dauerausstellung konnten durch den Ersten Weltkrieg teilweise erst 1921 eröffnen; die Arbeitsräume für die Mitarbeiter*innen wurden sogar erst 1929 fertig gestellt. Die Eröffnung des Gebäudes 1912 nutzte Georg Thilenius jedoch für eine große Sonderausstellung: Anlässlich der Hauptversammlung der damaligen Deutschen Kolonialgesellschaft zeigte das Museum eine Auswahl der Objekte, die bei der Hamburger Südsee-Expedition (1908/10), der zweiten Innerafrika-Expedition des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg (1910/11) sowie der von Erich Obst geleiteten Ostafrika-Expedition der Geographischen Gesellschaft Hamburgs (1910/12) gesammelt worden waren – Objektbestände also, an deren Beschaffung das Museum, die Stadt sowie zahlreiche Hamburger Kaufleute beteiligt und die gerade erst nach Europa gebracht worden waren.

Unter der Leitung von Thilenius erfuhren die bis dahin eher unsystematisch zusammengetragenen Sammlungen qualitativ und quantitativ eine neue Ausrichtung. Zahlreiche Ethnolog*innen und Reisende wurden mit dem Erwerb möglichst geschlossener Objektsammlungen beauftragt, so dass der Bestand bis 1915 auf rund 100.000 Objekte anwuchs. Das Museum verfolgte dabei eine Ankaufspolitik, die zum Ziel hatte durch Unikate das Alleinstellungsmerkmal des Hauses zu erhöhen. Dies sollte die Stellung Hamburgs im Vergleich zu ähnlichen Museen in Deutschland und Europa stärken. Zugleich konzentrierte sich Thilenius auf die Anlage wissenschaftlicher Sammlungen, wie sie nicht zuletzt das Hamburger Kolonialinstitut für seine eigenen Aufgaben einforderte. Thilenius war an dessen Gründung 1908 maßgeblich beteiligt, und beide Institutionen waren lange eng miteinander verbunden.

Aus heutiger Sicht wirft die Sammelwut der Kolonialzeit nach wie vor viele Fragen auf. Unter anderem geht es um die Auswirkungen der Sammelpraktiken auf die Herkunftsgesellschaften, die nicht in Hamburg allein, sondern an allen vergleichbaren Institutionen dieser Zeit vorherrschten. Ihre Problematik spiegelt sich in inzwischen intensiv geführten Debatten um die Möglichkeiten der Rückgabe von Objekten sowie in der steten Zunahme von Projekten zur Erforschung von Erwerbungskontexten wieder.

Zeichnung, Gebäude, Vorderansicht, Fassade, Museum an der Rothenbaumchaussee
Frau beim Zeichnen, Raum, Arbeitstisch, Bücher, s/w Fotografie
zwei Regalborde, zwei Holzkisten mit Beschriftung, s/w Fotografie
Mann, Frau, Porträt, s/w Fotografie
Gruppe von Kindern, Ausstellungsvitrine, Indonesien-Ausstellungssaal, s/w Fotografie
Ansicht der Lichtbildnerei, Fotografinnen bei der Arbeit, s/w Fotografie

Kriege, Krisen und Verluste

Die Jahre des Ersten Weltkriegs, der Weltwirtschaftskrise sowie die Zeit unter dem Nationalsozialismus waren von enormen Schwierigkeiten und ideologisch bedingten Veränderungen geprägt. Diese reichten vom Abbau des Personals und Etats über Veränderungen in den Schausammlungen bis hin zur Gründung eines Rassenbiologischen Instituts im Museum ab 1933. Bereits 1928 war unter der Zuständigkeit von Walter Scheidt, der zuvor die Anthropologische Abteilung des Museums geleitet hatte, eine Rassenkundliche Abteilung eröffnet worden. Sammlungsobjekte aus dem Kontext des europäischen Judentums mussten aus den Schausammlungen entfernt werden und jüdische Mitarbeiter*innen verloren ihre Anstellungen. Kurz nachdem Thilenius 1935 in den Ruhestand ging und der Amerikanist Franz Termer die Museumsleitung übernahm, wurde das Haus zur Betonung des lokalpatriotischen Charakters in Hamburgisches Museum für Völkerkunde und Vorgeschichte umbenannt. Insgesamt bedarf die Position des Museums in der Zeit des Nationalsozialismus einer grundsätzlichen Aufarbeitung, die auch vor dem Hintergrund des damaligen Wiederauflebens des kolonialen Gedankens zu führen ist.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs waren Termer und der Museumsstab besonders damit beschäftigt, die Sammlungen zu schützen und sicher unterzubringen. Als der für die Belegschaft vorgesehene Luftschutzraum im Museum gleich zu Kriegsbeginn als öffentlich erklärt wurde, musste ein Großteil des Eurasien-Magazins geräumt werden. Auch alle im Dachgeschoss magazinierten Bestände brachte man wegen der Brandgefahr in Teilen der Schausäle unter. Am Gebäude selbst entstanden in den Jahren 1940, 1942-43 und 1945 Schäden durch Luftangriffe. Mitarbeiter*innen, die ihre Wohnungen verloren hatten, wurden im Museum einquartiert. Die Sammlungsbestände wurden an vermeintlich sichere Orte ausgelagert. Dennoch verzeichnete das Museum große Kriegsverluste. In Lautenthal im Harz nahe Goslar verlor es in den letzten Kriegstagen fast den ganzen Bestand seiner Südsee-Sammlungen sowie große Teile der Sammlungen von Leo Frobenius und der Abteilungen Nord- und Mittelamerika.

Innenhof, Gebäude, zerstörte Fenster, Militärfahrzeuge, Blick aus dem Fenster, s/w Fotografie
Vitrine, Sammlungsobjekte, Südostasien-Abteilung, Kriegszerstörung, s/w Fotografie
Kriegszerstörung, Gebäude, Reste eines Fahrzeugs, Schutt, s/w Fotografie

Nachkriegszeit und Modernisierung

Nach Kriegsende kämpfte das Museum lange Zeit darum, die erlittenen Verluste bei Personal, Etat und Sammlungsobjekten aufzufangen. Im öffentlichen Bewusstsein spielte die Völkerkunde aufgrund der engen Verbindung zu nationalsozialistischen Rassenideologien nur noch eine nachrangige Rolle. In der Folge erhielt das Museum unter allen Hamburger Museen die geringsten Zuwendungen. Auch die Realisierung des seit Jahren geplanten zweiten Gebäudeteils scheiterte 1958 erneut. Trotzdem standen die 1960er Jahre im Zeichen grundsätzlicher Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten, für die Franz Termer (bis 1962), Erhard Schlesier (bis 1967) und Hans Fischer (bis 1971) verantwortlich waren. Sie umfassten die Beseitigung von Kriegsschäden und die Organisation der Sammlungsmagazine sowie die Neuplanung der Schausäle. Mit der Amtszeit Fischers endete dann die Tradition, sowohl das Museum als auch das Universitätsfach der Völkerkunde in Personalunion zu vertreten.

Zu Beginn der Amtszeit des Afrikanisten Jürgen Zwernemann als Direktor (1971 bis 1991) wurden alle Hamburger Sammlungen der Vor- und Frühgeschichte im Helms-Museum, dem heutigen Archäologischen Museum Hamburg, vereint. Mit der Auflösung der Abteilung Vorgeschichte, die über 80 Jahre Bestandteil des Museums gewesen war, gingen auch Teile der Bibliothek an das entsprechende Seminar der Universität. Ein Senatsbeschluss änderte den Namen des Museums in Hamburgisches Museum für Völkerkunde. Um das Museum weiterhin attraktiv zu halten, setzte sich Zwernemann abermals für Veränderungen ein. So modernisierte er in den 1970er und 1980er Jahren die Dauerausstellung und richtete eine Abteilung für Museumspädagogik ein. Unter der Leitung Zwernemanns wurden Feldforschungen der Museumskurator*innen gefördert, während denen auch Sammlungen für das Museum erworben wurden. Ferner lagen im Ausstellungsprogramm Schwerpunkte auf „außereuropäische“ Kunst, und das Museum zeigte Ausstellungen mit moderner Kunst aus verschiedenen Regionen. Ein besonderer Forschungs- und Sammlungsfokus waren die Handwerkstraditionen, der zur Idee eines „Markts der Völker“ führte. 1972 wurde ein Förderkreis gegründet und die Sammlungsverwaltung von der Restaurierung getrennt. 1988 gelang es schließlich auch, die Rückführung von Sammlungsgut, das während des Zweiten Weltkrieges in Dresden aufbewahrt worden war, in die Wege zu leiten.

Rauchender Mann, Ausstellung, Gemälde, s/w Fotografie
Ausstellungssaal, Vitrinen, Kunst aus Westafrika, s/w Fotografie
Ausstellungsvitrinen, Figur mit Bekleidung, Besucher*innen, Gummistiefel, s/w Fotografie

Zukunftsdebatten

Ende der 1980er Jahre kam in Deutschland eine allgemeine Debatte über den Museumstyp Völkerkundemuseum auf. Die Kulturpolitik in Hamburg schlug vor, das Programm insgesamt zu verändern und sich stärker „neuen Entwicklungen in Ländern anderer Kontinente, insbesondere in Drittweltländern“ (Kulturkonzept ʹ89) zuzuwenden. Sogar von einem „Museum der Dritten Welt“ war die Rede, die Hamburgs interkulturelle Infrastruktur stärken sollte. Vor diesem Hintergrund entschied sich das Museum unter der Leitung von Wulf Köpke (1992 bis 2016) für das Leitbild „Ein Dach für alle Kulturen“. Ziel war es, den Fokus auf Fragen der europäischen Identität und Integration, der Migration, der kulturellen und politischen Umwälzungen in Afrika, Lateinamerika und Asien sowie verschiedener Erscheinungsformen von Religionen zu legen.

1999 ging mit der Umwandlung des Hauses in eine Stiftung öffentlichen Rechts erneut eine Umbenennung in Museum für Völkerkunde Hamburg einher. Zu den zahlreichen Baumaßnahmen der Folgejahre gehörte die Ausstattung des Hauses mit einem Museumsrestaurant. Wissenschaftlich wurden erstmals Forschungsprojekte ausschließlich den fotografischen Beständen der Regionalabteilungen Amerika, Nahost und Ozeanien gewidmet. Zugleich begann die Planung einer Generalinventur, bei der ab 2009 die datenbankunterstützte Erfassung der Museumssammlung eingeleitet wurde.

Gebäude, Innenhof, alte Fenster, Baugerüst
Kerzen, Blumen, Lebensmittel, Dekoration, Tisch
Museumsschränke, Datenabgleich, Farbfotografie

Die Neupositionierung des Museums

Mit der Besetzung der Direktion durch Barbara Plankensteiner im April 2017 begann für das Museum eine Phase der Umstrukturierung, die auch in den Umbau und die Sanierung des Gebäudes sowie in eine nachhaltige Depotlösung für die Sammlungs- und Archivbestände führen wird. In inhaltlicher Hinsicht arbeitet das Haus an der Neukonzeption der Dauerausstellung entlang thematischer Ansätze und historischer Kontexte, an einer bereits sichtbar veränderten Programmatik für Wechselausstellungen wie auch an der Entwicklung von Veranstaltungs- und Vermittlungsformaten, die den vielfältigen Interessen der Stadtgesellschaft gerecht wird.

Das große Potential des Museums und seiner beeindruckenden Sammlung, die eng mit der historischen Identität Hamburgs verwoben ist, soll neu ausschöpft werden. Gleichzeitig will sich das Museum als reflexives Forum etablieren, das sich kritisch mit Spuren des kolonialen Erbes, mit tradierten Denkmustern und mit Fragen der postmigrantischen globalisierten Stadtgesellschaft befasst. Der Fokus liegt heute nicht mehr auf dem Beschreiben von Völkern. Vielmehr geht es um die kulturelle Verankerung des Menschen, um ein Verständnis von Zusammenhängen, Gemeinsamkeiten und Unterschieden und um die Vielfalt kultureller und künstlerischer Errungenschaften der Welt.

Die Neupositionierung ist ein andauernder und längerer Prozess, der das Haus in den nächsten Jahren begleiten wird. Ein wichtiger Schritt wurde mit der Umbenennung in Museum am Rothenbaum / Kulturen und Künste der Welt, kurz: MARKK gesetzt, die 2018 erfolgte. Jede neue Ausstellung und viele der Veranstaltungen und Angebote sind ein kleiner Baustein im großen Ganzen.

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Werkstatt, Werkzeuge, Farbfotografie
Ausstellungsraum, Handwerker, Leitern, Farbfotografie
Gruppenbild, Personen im Foyer, Auftaktgespräch zum Umgang mit kolonialem Erbe und kultureller Zusammenarbeit

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