Vortrag

Cuteness: Was die Katze über uns verrät

Vortrag und Gespräch mit Annekathrin Kohout, Kulturwissenschaftlerin und Herausgeberin von CUTENESS

Hello Kitty Lampe Paladone; Tomik Toys GmbH, Sanrio lizensiert; China, 2024; Kunststoff, H 16 cm; MARKK Inv. Nr. 2025.17:1, Ankauf 2025

Katzen sind die unangefochtenen Stars des Internets: millionenfach geklickt, geteilt und mit Herzen überschüttet. Doch hinter der globalen Faszination für das Niedliche verbirgt sich weit mehr als Schmusefaktor und Wohlfühlcontent. Am Donnerstag, den 23. April 2026, um 19 Uhr lädt das MARKK zu einem Vortrag mit anschließendem Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin und Autorin Annekathrin Kohout ein. Unter dem Titel „CUTENESS: Was die Katze über uns verrät“ geht Kohout der Frage nach, wie das Bild der Katze in Kunst, Medien und digitaler Kultur entstanden ist – und warum Katzen oft mehr über uns selbst verraten als über das Tier.

Niedlichkeit ist längst kein harmloses Phänomen mehr. Als ästhetische Kategorie hat Cuteness in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Aufwertung erfahren – in der zeitgenössischen Kunst ebenso wie in der Popkultur, in feministischen und queeren Diskursen sowie in der Auseinandersetzung mit digitalen Plattformkulturen. Was lange als trivial, kindisch oder geschmacklich fragwürdig galt, wird heute als Werkzeug für Empowerment, als Ausdruck von Verletzlichkeit und als subversive Strategie neu verhandelt.

Im anschließenden Gespräch werden kulturelle, ästhetische und gesellschaftliche Dimensionen des Niedlichen diskutiert: Wie verhält sich Cuteness zu Queerness und Geschlechterperformanz? Welche Rolle spielt das Niedliche in der algorithmisch gesteuerten Aufmerksamkeitsökonomie? Und was passiert, wenn Kunst nicht mehr schockiert, sondern tröstet und streichelt – ist das Eskapismus oder ein radikaler Paradigmenwechsel?

Über Annekathrin Kohout

Annekathrin Kohout (* 1989 in Gera) ist eine der profiliertesten Stimmen im deutschsprachigen Diskurs über digitale Bildkultur, Popkultur und Gegenwartskunst. Sie studierte Germanistik, Kunstwissenschaft, Medientheorie und Fotografie in Dresden, Karlsruhe und Leipzig, arbeitete am ZKM Karlsruhe und wurde 2021 an der Universität Siegen mit einer Arbeit über den Nerd als Sozialfigur promoviert. Als Autorin hat sie Sachbücher über Netzfeminismus (Wagenbach 2019), Nerds (C. H. Beck 2022) und K-Pop (Metzler 2023) veröffentlicht. Ihr jüngstes Buch „Hyperreaktiv. Wie in Sozialen Medien um Deutungsmacht gekämpft wird“ (Wagenbach 2025, bereits in 2. Auflage) wird breit rezipiert und war Gegenstand eines vielbeachteten Interviews im Kunstmagazin monopol.

Kohout ist Mitherausgeberin der Zeitschrift „POP. Kultur und Kritik“ sowie der Buchreihe „Digitale Bildkulturen“ im Verlag Klaus Wagenbach (gemeinsam mit Wolfgang Ullrich). 2023 gab sie den vielbeachteten Kunstforum-International-Band „CUTENESS. Das Niedliche als ästhetische Kategorie“ heraus. Gemeinsam mit Philipp Schreiner kuratierte sie 2025 die internationale Ausstellung „The Cute Escape. Empathie, Empowerment, Empfindsamkeit“ in der Kunsthalle Erfurt, die mit über 20 Künstler*innen aus zehn Ländern das Niedliche als künstlerische und politische Kraft verhandelte. Seit 2025 schreibt sie die monatliche taz-Kolumne „feed interrupted“ über Netzkultur und Plattformpolitik. 2026 ist sie erneut als Sprecherin auf der re:publica in Berlin eingeladen. Kohout lehrt als Lehrbeauftragte an der Universität der Künste Berlin.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Melden Sie sich zu unserem Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig Informationen zu unseren Veranstaltungen.