Bilderechos aus Peru
Intime Porträts, Alltagsszenen und dokumentarische Bilder – die historischen Fotografien und Tonaufnahmen Hans Heinrich Brünings (1848–1928) erzeugen in Peru bis heute einen starken Widerhall und eröffnen neue Perspektiven auf Identität, Erinnerung und kulturelle Selbstbestimmung. Die Sammlung des deutschen Amateurforschers entstand während seines 50-jährigen Aufenthalts in der Region Lambayeque, wo er mit leidenschaftlichem Interesse das Leben und die Kultur der Menschen vor Ort dokumentierte.
Die Ausstellung setzt sich mit den Neuinterpretationen von lokalen Akteur:innen, Wissenschaftler:innen und Künstler:innen auseinander, die diese historischen Dokumente aus einer kolonial geprägten Vergangenheit in lebendige Archive verwandeln. Alternative Lesarten aus einer afroperuanischen oder queeren Perspektive zählen dazu ebenso, wie die eigens für die Ausstellung geschaffenen Fotokeramikporträts von Enzo Miguel Matute oder die gestickten Interventionen von Marystela Camacho, beides Künstler:innen aus Nordperu.
In Zusammenarbeit mit Dr. Gisela Cánepa-Koch (PUC, Perú) und Dr. Walther Maradiegue (Universität Bonn) beleuchtet die Ausstellung Prozesse der kulturellen Wiederaneignung, welche die Grenzen des Museumsarchivs überschreiten. Besonders im digitalen Zeitalter eröffnen sich neue Möglichkeiten der Aneignung und demokratischen Teilhabe, wenn lokale Gemeinschaften historische Fotos und Musik online nutzen und weiterentwickeln. Die kollaborative Ausstellung zeigt, wie die Beschäftigung mit Brünings Archiv soziale Beziehungen schafft und Resonanz über Generationen und geografische Grenzen hinweg findet.
Die Ausstellung findet im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 statt. Gefördert durch die Freie und Hansestadt Hamburg „Behörde für Kultur und Medien“.
