Gesprächsreihe zum 100. Geburtstag von Frantz Fanon
Auftaktveranstaltung mit Danilo Scholz
Moderation: Gabriel Schimmeroth

In einer Reihe von Veranstaltungen, die sich mit Frantz Fanon beschäftigen, der 2025 hundert Jahre geworden wäre, ist als Auftaktveranstaltung der Ideenhistoriker und Publizist Danilo Scholz zu Gast. Frantz Fanon wurde 1925 auf der Karibikinsel Martinique geboren und war später als Arzt und Psychiater in Frankreich und dem damaligen französischen Département Algerien tätig. Ab den 1950er-Jahren trat er als antikolonialer Intellektueller in die Öffentlichkeit und wurde eine zentrale Person in der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung des 20. Jahrhunderts. Besonders auf die Werke „Schwarze Haut und Weiße Masken“ (1952) sowie „Die Verdammten der Erde“ (1961) wird immer wieder Bezug genommen, u. a. von der Black-Power-Bewegung der späten 1960er und frühen 1970er Jahre oder im Feld der Postcolonial-Studies. Doch an Einwänden gegen Fanons Werk und seiner Wirkung mangelt es nicht. Danilo Scholz wird im MARKK eine Einordnung vornehmen.
Weitere Veranstaltungen der Reihe
Do 22. Mai | 19 Uhr
Mit Teresa Koloma Beck über Fanon sprechen
Die Soziologieprofessorin und Gewaltforscherin Teresa Koloma Beck wird der Frage nachgehen, welche Rolle Gewalt in Fanons Werk spielt. Sie regt an, den Autor auch als Gesellschaftstheoretiker zu betrachten, dessen Analysen der Gewaltverhältnisse in kolonialen Gesellschaften aufschlussreiche Einsichten bieten – nicht nur aus ideengeschichtlicher Perspektive, sondern auch mit hoher Relevanz für die Gegenwart. Teresa Koloma Beck ist Professorin für Soziologie an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.
Do 24. Juli | 19 Uhr
Mit Eric Otieno Sumba über Fanon sprechen
In dem Gespräch mit Eric Otieno Sumba steht Frantz Fanons Nachdenken über globale Ökonomien im Zentrum – und wie diese Ideen in den letzten Jahrzehnten weiterentwickelt wurden. Eric Otieno Sumba ist Autor und Redakteur, mit einem Hintergrund in Soziologie, politischer Ökonomie, postkolonialen Studien und Kunstkritik. Er beschäftigt sich u. a. mit den politischen Kontexten von Rassismus, die er aus einer dekolonialen Perspektive betrachtet, und setzt dies in Beziehung zu Globalisierung, Eurozentrismus und Nord-Süd-Asymmetrien. Eric Otieno Sumba arbeitet als Redakteur beim Haus der Kulturen der Welt in Berlin und seine Texte werden u. a. in Contemporary And, Africa is a Country, The Guardian, Frieze, Texte zur Kunst veröffentlicht.
Do 4. September | 19 Uhr
Mit Vanessa E. Thompson über Fanon sprechen
Im abschließenden Teil unserer Gesprächsreihe fokussiert sich Vanessa E. Thompson auf Frantz Fanons Überlegungen zum Antifaschismus. Fanon war nicht nur ein Vordenker des Antikolonialismus, sondern auch des Antifaschismus. Als Kämpfer der französischen Résistance gegen Nazi-Deutschland wurde Fanon schwer verletzt und ausgezeichnet. Vanessa E. Thompson ist Sozialwissenschaftlerin und Assistenzprofessorin für Black Studies. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der antikolonialen Theorien, Black Studies, staatlicher Gewalt im Racial Capitalism und feministischen Bewegungen.
Wissenswertes
Kosten: € 5 (freier Eintritt für Studierende)