Kalligrafie: Wahrnehmung, Praxis, Wissen

„Was ist Kunst, wenn das primäre Sinnesorgan weder Augen noch Ohren sind, sondern das Herz“.

(Wendy M.K. Shaw)

Ein Mensch, der persische Kalligraphie lesen kann, erlebt sie anders als jemand, der sich ihr allein aufgrund von Ästhetik oder Stilelementen nähert. Die Kenntnis der Sprache des Textes und die Fähigkeit, ihn zu lesen, ermöglichen andere Wege, das Werk zu würdigen. Bei der Kalligraphie sind also die Position und die Fähigkeiten des Betrachters von großer Bedeutung. Wie können wir vor diesem Hintergrund mit der Präsentation zeitgenössischer Kalligrafie für ein breites Publikum experimentieren?

Abdul Wahab Mohmand (geb. 1984 in Kabul, Afghanistan) verbindet lyrische Traditionen des Dichters und Sufi-Mystikers Jalāl ad-Dīn Muhammad ar-Rūmī mit Überlegungen zu Johann Wolfgang von Goethes Farbenlehre, um eine zeitgenössische Form der Kalligrafie zu entwickeln, die sich zwischen Translokalität und Transzendenz bewegt und fragt, was wir wissen. Er zitiert Gedichte, die Goethes Ideen über das Wesen der Farben und ihre Wirkung auf Künstler und Betrachter aufgreifen.

Die Präsentation eröffnet zum einen einen Blick in ein von Abdul Wahab Mohmand mit Farben, Werkzeugen und Skizzen inszeniertes Atelier. Zum anderen greift eine digitale Videoarbeit den einleitenden Prolog des Masnavi von Jalāl ad-Dīn Muhammad ar-Rūmī auf, dokumentiert die künstlerische Praxis und zeigt wechselnde Objekte aus der Sammlung des MARKK zum Thema Kalligrafie.

 

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