Provenienzforschung

Provenienzforschungs-Projekt „Ethnografische und anthropologische Kriegsbeute aus militärischen Expeditionen in Deutsch-Ostafrika als Sammlungsgut für deutsche Museen“

Leibniz Universität Hannover 2026

„Gib, damit du nicht unnötig stirbst.“ Community-Perspektiven zum deutschen Kolonialismus in der Region Singida in Tansania
Eva Künkler und Flower Manase
Während der Kolonialzeit wurden tausende Kulturgüter aus dem afrikanischen Kontinent sowie aus anderen Teilen der Welt in deutsche ethnografische Sammlungen verbracht. Diese Kulturgüter, darunter viele Alltagsgegenstände, die oft aus ehemaligen Kolonialgebieten stammen, befinden sich noch heute in deutschen Museen. In den letzten Jahren sind Kulturgüter aus kolonialen Kontexten in Deutschland und international Gegenstand intensiver Diskussionen geworden. Dabei geht es beispielsweise um die Frage, inwieweit es angemessen ist, dass bestimmte Kulturgüter in deutschen Museen zu finden sind, und ob sie zurückgegeben werden sollten. Dies betrifft insbesondere Kulturgüter, denen eine besondere kulturelle Bedeutung beigemessen wird oder die während der deutschen Kolonialherrschaft möglicherweise gewaltsam angeeignet wurden. Ihre Bedeutung sowie die Herkunft und Umstände ihrer Aneignung sind jedoch oft nur unzureichend dokumentiert. In vielen Fällen bleibt daher unklar, ob Kulturgüter als diplomatische Geschenke, durch Kauf oder Tausch, Zwang, Diebstahl oder Plünderung erlangt wurden.

Selbst wenn ein gewaltsamer oder zwanghafter Aneignungskontext offensichtlich erscheint, ist es oft unmöglich, dies anhand von Archivunterlagen nachzuweisen, wie in dem von uns untersuchten Fall. In unserem Provenienzforschungsprojekt haben wir daher versucht herauszufinden, was uns Angehörige von Nachfahrengemeinschaften von verbrachten Kulturgütern über den historischen Kontext ihrer Aneignung erzählen können und welche Bedeutung diese Alltagsgegenstände für sie haben. Wir hoffen, dass die Forschungsergebnisse als relevante Erkenntnisse und Perspektiven für die laufende Restitutionsdebatte aufgenommen werden. Mit unserem Forschungsbeitrag möchten wir auch zum Nachdenken darüber anregen, was diese Einblicke für die Beziehungen zwischen den beiden Ländern Tansania und Deutschland und ihren Bevölkerungen bedeuten könnten.

Klicken Sie hier oder unten auf den Beitrag für den vollständigen Bericht.

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