Restitution von NS Raubgut: Kopf einer Buddha-Statue

Kopf einer Buddha‐Figur

                                                                                          Hamburg, 10. Juni 2024

Das Museum am Rothenbaum (MARKK) restituiert Buddha-Kopf an rechtmäßige Erben der Berliner Kunstsammlerin Johanna Ploschitzki 83 Jahre nach dem Entzug des Eigentums

Pressemeldung


Informationen zum Kopf einer Buddha-Statue aus dem Besitz der Berliner Kunstsammlerin Johanna Hansi Share, verw. Ploschitzki

10. Juni 2024

Jana C. Reimer, Provenienzforschung NS-Raubgut

Kopf einer Buddha‐Figur

Objektbezeichnung: Kopf einer Buddha-Figur (Fragment)
Herkunft: vermutlich China [bei Eingang ins Museum verzeichnet als Indien]
Herstellungszeitraum: 14.-17. Jh. (oder später)
Material: Marmor, Farbpigmente; montiert
Maße: Höhe: 29,2 cm, mit Sockel 45 cm; Breite: 17 cm; Tiefe: 22 cm
Gewicht: 20 kg

Darstellung eines Buddha, Fragment einer vollplastischen Ganzkörperfigur. Der Kopf zeigt einige der so genannten „Schönheitsmerkmale“ des Buddha, wie drei Halsfalten, lange Ohrläppchen, das leuchtende Stirnmal urnâ und den Schädelauswuchs ushnîsha. Das Fehlen weiterer Attribute macht eine genauere Identifikation schwierig. Es ist möglich, dass hier der Religionsstifter selbst, Gautama Siddharta, nach Erlangung der Buddhaschaft dargestellt ist. Abbilder von Buddhas werden in Tempeln und auf Hausaltären als Vorbilder verehrt. Die Größe des Kopfes weist darauf hin, dass sich die Statue in einem Tempel befand.[1]
Die genaue Herkunft und Datierung dieser Kopfstatue konnten bisher nicht vertiefend untersucht werden.

Restitutionsfall Johanna Hansi Share, gesch. Fehr, verw. Ploschitzki, geb. Zender
geboren 1887 in Berlin, verstorben 1981 in Los Angeles, CA, USA

Biografische Informationen Johanna Hansi Share

Die Kunstsammlerin Johanna (Hansi) Ploschitzki lebte mit ihrem Mann Hermann Ploschitzki (1872-1932) und zwei Töchtern in Berlin.

Johanna Hansi Ploschitzki

Johanna Hansi Ploschitzki. Fotograf unbekannt. Berlin (?), 1920er Jahre
Credits: Hansi Share papers, Collection no. 6160, Special Collections, USC Libraries, University of Southern California

Hermann Ploschitzki war Miteigentümer des späteren Karstadt-Kaufhauses in Potsdam.[2] Nach seinem Tod 1932 fiel sein Vermögen an Johanna Ploschitzki als Vorerbin. Dazu gehörten die gemeinsame, Ende der 1920er Jahre für sie entworfene Villa in Berlin Dahlem sowie eine umfängliche und prominente Kunstsammlung. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten 1933 waren Johanna Ploschitzki und ihre Familie durch ihre jüdische Herkunft von nationalsozialistischer Verfolgung betroffen. So wurde 1936 die Reichspresseschule in der Dahlemer Villa untergebracht.[3]

Eine zweite, 1933 mit dem Schweizer Maler Julius Wilhelm Fehr geschlossene Ehe wurde 1934 geschieden und Johanna Ploschitzki nahm wieder den mit ihren Töchtern gemeinsamen Familiennamen an.[4] Zwischen 1935 und 1939 scheint Johanna Ploschitzki mehrfach in die USA gereist zu sein, wo sie ab 1939, so wie ihre Töchter auch, dauerhaft blieb.[5] Ebenfalls 1939 heiratete Johanna Ploschitzki in Los Angeles, Kalifornien in dritter Ehe den Unternehmer Leon M. Share und trug nun den Namen Hansi Share.[6] 1945 erhielt sie die US-amerikanische Staatsangehörigkeit und lebte bis zu ihrem Tod 1981 in Los Angeles. [7]

Dort baute Hansi Share Anfang der 1940er Jahre das erfolgreiche Puppenatelier „Monica Dolls Studio“ auf, in dem sie Puppen mit Echthaar fertigte. Über das junge Unternehmen berichtete 1945 in der Zeitung Aufbau Friedrich Kahn, der Hansi Share noch aus ihrer Zeit in der Berliner Gesellschaft der 1920er Jahre kannte.[8]

Nationalsozialistische Enteignung im Hamburger Hafen 1941

Nach der Ausreise in die USA verblieb Hansi Shares Umzugsgut, das zur Verschiffung vorgesehen war, in neun Liftvans im Hamburger Hafen. Wie in vielen vergleichbaren Fällen wurde Hansi Shares Umzugsgut 1941 durch die Geheime Staatspolizei konfisziert und die Hamburger Gerichtsvollzieherei beauftragt, die darin enthaltenen Kunst-, Einrichtungs- und Haushaltsgegenstände öffentlich zu versteigern.[9] Das umfangreiche Protokoll der Anfang Dezember 1941 an der Drehbahn 36 von Gerichtsvollzieher Heinrich Bobsien durchgeführten Auktion ist im Staatsarchiv Hamburg verwahrt. Es dokumentiert die einzelnen Positionen und die Namen der Käufer:innen, darunter Kunsthändler:innen, Privatpersonen und auch Museen.[10] Für das Hamburger Museum für Völkerkunde (heute MARKK Museum am Rothenbaum) erwarb sein damaliger Direktor Franz Termer mit behördlichen Sondermitteln einen Buchbestand für die Bibliothek und sieben Kunstgegenstände aus Ostasien: Sechs Tang-Keramiken und den Kopf einer Buddha-Statue.[11]

Wiedergutmachungsverfahren 1948 und Hamburger Rückgaben 1951

Im November 1948 strengte der Berliner Rechtsanwalt Dr. Helmut Ruge in Vertretung von Hansi Share beim Zentralamt für Vermögensverwaltung in Bad Nenndorf ein Rückerstattungsverfahren an.[12] Das Gesamtverfahren dauerte bis in die 1960er Jahre an.[13] Betreffs der von Hamburger Museen 1941 angekauften Objekte aus dem Besitz Hansi Shares ordnete das Wiedergutmachungsamt in Hamburg bereits im Dezember 1950 eine Rückerstattung an. Im Februar 1951 übergab auch das Museum für Völkerkunde die sechs chinesischen Keramiken aus der Zeit der Tang-Dynastie und den erhaltenen Buchbestand an Hansi Share. Der Buddha-Kopf jedoch verblieb im Hamburger Museumsdepot.[14]

Untersuchung: Warum der Buddha-Kopf 1951 nicht zurückgegeben wurde

Der Verbleib der Skulptur im Museum beruhte offensichtlich auf einer fehlerhaften Informationslage auf Seiten Hansi Shares und ihres Anwalts sowie auf einem Zurückhalten entsprechender klärender Informationen auf Seiten des Museums. Die in den Akten zum Wiedergutmachungsverfahren vorliegenden Abschriften der originalen Versteigerungslisten enthalten einen Übertragungsfehler: Aus Position 626 „alter Kopf“ war in der Abschrift ein „alter Topf“ geworden.[15] Entsprechend wurde sowohl von Behörden- als auch von Anwaltsseite die Rückgabeforderung an das Museum formuliert.[16] Vertreten durch den Direktor Franz Termer und Geschäftsführer Eduard Dennert musste das Museum die ansonsten zutreffend aufgeführten Gegenstände und Bücher formal bestätigen. Die Position „alter Topf“ erklärten sie in der offiziellen Korrespondenz wiederholt für „nicht identisch“.[17] Die Museumsakte enthält für diesen Zeitpunkt eine interne Überprüfung und Bezugnahme auf entsprechende vollständige Verzeichnisse der betreffenden Sammlung, die alle 1941 auf der Versteigerung erworbenen Objekte vollständig aufführen.[18] Doch weder Franz Termer noch Eduard Dennert erwähnen den Buddha-Kopf im offiziellen Schriftverkehr des Verfahrens. Vielmehr zweifelt die Museumsleitung unter Verweis auf eine angenommene „Freiwilligkeit“ der Versteigerung die Rechtmäßigkeit der Rückgabeforderung an. Ein Einspruch, dem der Anwalt Helmut Ruge in aller Deutlichkeit widerspricht.[19]

Hansi Share und die mühsame Suche nach ihrer Kunstsammlung

Die offiziellen formellen Wiedergutmachungsverfahren nach 1945 gestalteten sich für die Betroffenen und Beraubten schwierig und beschwerlich, sofern sie diese überhaupt beantragen konnten. Oft zogen sie sich über mehrere Jahre hin.[20]

Das von Hansi Share angestrengte Verfahren dauerte insgesamt bis in die 1960er Jahre an. Aus den Wiedergutmachungsakten ist ersichtlich, dass Hansi Share noch 1960 versucht hat, ihre Kunstsammlung auf Grundlage der rudimentären Angaben im Versteigerungsprotokoll zu identifizieren. Zu diesem Zeitpunkt ging es bereits um eine finanzielle Entschädigungssumme, denn die meisten Kunstwerke erhielt sie nicht zurück. Den Buddha-Kopf, von dessen Verbleib im Museum in Hamburg sie keine Kenntnis haben konnte, vermutete sie in einer als „Steinfigur“ bezeichneten Position, die von einer Privatperson erworben worden war.[21] Dass Hansi Share sich hier auf die im Museum befindliche Kopf-Statue bezog, ist anhand eines ebenfalls der Akte beiliegenden Fotos zu erkennen. Eine um 1930 in ihrer Berliner Villa entstandene Abbildung zeigt den Buddha-Kopf in der dortigen Bibliothek.[22]

Blick in die Bibliothek der Dahlemer Villa von Johanna und Hermann Ploschitzki. Der Buddha-Kopf steht im Bild links vom Kamin. Fotograf unbekannt, Berlin, um 1930

Blick in die Bibliothek der Dahlemer Villa von Johanna und Hermann Ploschitzki. Der Buddha-Kopf steht im Bild links vom Kamin. Fotograf unbekannt, Berlin, um 1930
Credits: Hansi Share papers, Collection no. 6160, Special Collections, USC Libraries, University of Southern California

Hansi Shares Notizen ist ferner ein zusätzlicher Hinweis auf die Provenienz des Kopfes vor 1933 zu entnehmen, ein Zeitraum, der für den Buddha-Kopf bisher nicht erforscht werden konnte. Sie vermerkt, ihn wie auch viele andere ihrer ostasiatischen Kunstgegenstände im Pariser Kunsthandel Wannieck erworben zu haben. In den 1920er Jahren war ostasiatische Kunst bei westlichen Sammler:innen sehr beliebt. Oft mit der Herkunft „Siam“ (Thailand) versehen, standen Köpfe von Buddha-Statuen in großer Zahl zum Verkauf.[23] Der Pariser Kunsthandel Wannieck war auf diesen Bereich spezialisiert und hatte Verbindungen zum chinesischen Kunstmarkt.[24] Ein Raubgutfall und Bezug zu kolonialen Kontexten wäre demnach noch zu prüfen.

Ab 2019: Im MARKK erfolgte Recherchen und Provenienzforschung

Der Frage, warum und unter welchen Umständen dieser Kopf einer Buddha-Figur im Museum verblieben war, ist das MARKK ab Herbst 2019 nachgegangen. Zu diesem Zeitpunkt wurden zwei Kuratorinnen bei Vorbereitungen für die Ausstellung „Steppen & Seidenstraßen“ auf die Sammlung Johanna Ploschitzki und den zugehörigen Buddha-Kopf aufmerksam. Von den sieben Objekten waren sechs in der Dokumentation als Rückgabe im Jahr 1951 verzeichnet, der Kopf einer Buddhafigur jedoch nicht, er befand sich noch im Museumsdepot. In den folgenden Monaten wurden der offensichtliche NS-Raubgutkontext und die Biografie Hansi Shares für die Ausstellung vorrecherchiert und 2020 im Ausstellungskatalog publiziert. Im November 2019 wurde das MARKK für ein am Schifffahrtsmuseum Bremerhaven geplantes und dann vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördertes Erfassungsprojekt zu öffentlichen Versteigerungen von NS-konfisziertem Umzugsgut im Hamburger Hafen kontaktiert. Diese Anfrage nach betroffenen Museumsbeständen beim MARKK führte dazu, dass die Versteigerung des Umzugsguts von Johanna Ploschitzki auch dort mit Bezugnahme auf das MARKK ein zentrales Thema wurde.[25]

Welche exemplarische Bedeutung die Versteigerung des Besitzes von Hansi Share und das nachfolgende Wiedergutmachungsverfahren im Gesamtkontext der Rückerstattungsverfahren nach 1945 hat, hat zuerst der Historiker Jürgen Lillteicher in seiner Dissertation 2003 verdeutlicht.[26]

Die NS-Raubgeschichte des Buddha-Kopfes im MARKK wurde 2021 vertiefend in einem langfristigen, durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste finanzierten Provenienzforschungsprojekt zu NS-Raubgut in den Sammlungen des MARKK zur umfassenden Klärung untersucht. Ebenfalls 2021 erfolgten erste Anfragen seitens der anwaltlichen Vertretungen der Erbengemeinschaft Hansi Shares beim MARKK und in der Folge konnte Ende des Jahres nach der erforderlichen Berichtstellung seitens des Museums bei der Behörde für Kultur und Medien Hamburg ein formales Restitutionsverfahren eingeleitet werden. 2024 erfolgte schließlich die formelle Restitution an die Erbenseite.

Zitierempfehlung:

Reimer, Jana C. Provenienzberichtbericht zum Kopf einer Buddha-Statue aus dem Besitz der Berliner Kunstsammlerin Johanna Hansi Share, verw. Ploschitzki. Hamburg, 2024
URL: www.markk-hamburg.de/restitution-von-ns-raubgut-kopf-einer-buddha-statue

Literaturhinweise:

Kahn, Friedrich; „Hansi Share und ihre ‚MillionenDollarBabeDoll‘. Der Weg einer Immigrantin zu Erfolg und Ruhm“ In: Aufbau, 11. Jahrgang, Nummer 23, 8. Juni 1945, Seite 16–17

Kleibl, Kathrin; „Gerichtsvollzieher als Kunsthändler?“ In: Galler / Meiners (Hg.)

Kiel, Susanne; „Regionaler Kunsthandel: Eine Herausforderung für die Provenienzforschung?!“ Heidelberg 2022, S. 270-346.

Lang, Maria-Katharina; „Steppen & Seidenstraßen“. Wille, Rahel (Hg.); Ausstellungskatalog MARKK Museum am Rothenbaum. Hamburg 2020

Lillteicher, Jürgen; „Die Rückerstattung jüdischen Eigentums in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Studie über Verfolgungserfahrung, Rechtsstaatlichkeit und Vergangenheitspolitik„. Inaugural-Dissertation. Freiburg i.B. 2003
https://freidok.uni-freiburg.de/fedora/objects/freidok:2183/datastreams/FILE1/content [05.06.2024]

Lillteicher, Jürgen; „Raub, Recht und Restitution. Die Rückerstattung jüdischen Eigentums in der frühen Bundesrepublik„. Göttingen, 2007

Archivquellen:

MARKK Archiv
Akte Archiv I – 861 Sonderbewilligungen der Verwaltung für Kunst- und Kulturangelegenheiten (1941-1951)

Staatsarchiv Hamburg
213-13_28997 Share, Johanna / Hansi, geb. Zander / Zender / Zenker, gesch. Fehr, verw. Ploschitki / Ploschitzki, 1950-1951: Teile 1, 2 und 5

214-1_566 Johanna Ploschitzki, Berlin. Wohnungseinrichtung, Kunstgegenstände (z.T.vom Museum für Kunst und Gewerbe erworben) (1941-1942(1947))

Quellen auf Ancestry.org:

Landesarchiv Berlin; Berlin, Deutschland; Personenstandsregister Geburtsregister

Ancestry.com. Berlin, Deutschland, Geburtsregister 1874-1908 [database online].

Landesarchiv Berlin; Berlin, Deutschland; Personenstandsregister Heiratsregister; Ancestry.com. Berlin, Deutschland, Heiratsregister 1874-1936 [database online]

Landesarchiv Berlin; Berlin, Deutschland; Personenstandsregister Sterberegister

Ancestry.com. Berlin, Deutschland, Sterberegister 1874-1955 [database online].

Lehi, UT, USA: Ancestry.com Operations, Inc., 2014

The National Archives in Washington, DC; Washington, DC, USA; Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957; Mikrofilm-Seriennummer oder NAID: T715; Titel der Aufzeichnungsgruppe (RG, Record Group): Records of the Immigration and Naturalization Service, 1787-2004; RG: 85

Ancestry.com. New York, USA, Listen ankommender Passagiere und Besatzungen (einschließlich Castle Garden und Ellis Island), 1820-1957 [database online]. Lehi, UT, USA: Ancestry.com Operations, Inc., 2010.

California Department of Public Health, courtesy of www.vitalsearch-worldwide.com. Digital Images. Ancestry.com. California, U.S., County Birth, Marriage, and Death Records, 1849-1980

[database on-line]. Lehi, UT, USA: Ancestry.com Operations, Inc., 2017.

District Court, Los Angeles, California; Petitions, 1944 (Box 0361)

National Archives at Riverside; Riverside, California; Petitions for Naturalization, U.s. District Court For the Central District of California (Los Angeles), 1940-1991; NAI-Nummer: 594890; Titel des Aufzeichnungssatzes: Records of District Courts of the United States, 1685-2009; Nummer des Aufzeichnungssatzes: 21; Ancestry.com. Kalifornien, USA, föderale Einbürgerungsregister, 1888-1991 [database online]. Lehi, UT, USA: Ancestry.com Operations, Inc., 2014

Datenbanken:

Kleibl, Kathrin & Kiel, Susanne. LostLift Datenbank, Deutsches Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte, 2024; https://lostlift.dsm.museum/ [06.06.2024]


[1] MARKK Sammlungsdokumentation; Objektbeschreibung der Kuratorin für den Sammlungsbereich Süd- und Ostasien, Dr. Susanne Knödel, April 2024

[2] Kahn, Friedrich. „Hansi Share und ihre ‚MillionenDollarBabeDoll‘“ In: Aufbau, 11. Jahrgang, Nummer 23, 8. Juni 1945, Seite 16–17

[3] Das Haus ist heute nicht mehr erhalten. „Johanna (Hansi) Share / Ploschitzki” In: Lang, Maria-Katharina, Wille, Rahel (Hg.). Steppen & Seidenstraßen. Ausstellungskatalog MARKK Museum am Rothenbaum. Hamburg 2021. S. 127

[4] Landesarchiv Berlin; Personenstandsregister Heiratsregister, Standesamt Dahlem, 1933-1934 (Erstregister), Urkunde Nr. 47; abgerufen über ancestry.com [05.06.2024]

[5] 1939 findet sich für den 29. September der jüngste Eintrag auf einer Passagierliste, für die “Nieuw Amsterdam”, die von Southhampton nach New York fuhr. The National Archives in Washington, DC; Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957; NAID: T715; RG: Records of the Immigration and Naturalization Service, 1787-2004; RG: 85; abgerufen über ancestry.com [05.06.2024]

[6] Heiratsregister 1939, Kalifornien; California Department of Public Health, courtesy of www.vitalsearch-worldwide.com. Digital Images; abgerufen über ancestry.org [05.06.2024]

[7] District Court, Los Angeles, California; National Archives at Riverside, California; Petitions for Naturalization, U.S. District Court For the Central District of California (Los Angeles), 1940-1991; NAI-Nummer: 594890; Records of District Courts of the United States, 1685-2009; RNo: 21; abgerufen über ancestry.org [05.06.2024]

[8] Kahn, Friedrich. „Hansi Share und ihre ‚MillionenDollarBabeDoll‘“

[9] Schreiben der Geheimen Staatspolizei, Staatspolizeileitstelle Hamburg, an die Gerichtsvollzieherei beim Amtsgericht Hamburg, Hamburg 31.10.1941. Staatsarchiv Hamburg, 214-1_566

[10] Protokoll der Versteigerung des Umzugsguts von Johanna Ploschitzki, Hamburg 2.-5. und 9.12.1941. ibid.

[11] Schreiben Hans Termer an die Verwaltung für Kunst- und Kulturangelegenheiten der Hansestadt Hamburg, Hamburg 2.12.1941. MARKK Archiv I 861; Auszug aus der Postenliste Süd- und Ostasien, ibid.; Rechnung Heinrich Bobsien an das Hamburgische Museum für Völkerkunde, Hamburg 29.11.1941. Staatsarchiv Hamburg, 214-1_566. Das Rechnungsdatum vom 29.11.1941 lässt auf ein Vorkaufsrecht der Museen schließen.

[12] Claim for Restitution of Property: Dr. Helmut Ruge, Berlin für Johanna (Hansi) Share verw. Ploschitzki gesch. Fehr geb. Zender, Hollywood, Ca., USA; Berlin 26.11.1948. Staatsarchiv Hamburg 213-13_28997 Teil 2

[13] Landearchiv Berlin, B Rep. 025-03 Wiedergutmachungsämter von Berlin Geschäftsstelle 3, versch. Nummern; Brandenburgisches Landeshauptarchiv, Oberfinanzpräsident Berlin-Brandenburg Rep. 36A (II): 36A (II) 29941 Ploschitzki, Hermann – Nachlass, 36A (II) 29942 und 36A (II) 29943 Ploschitzki gesch. Fehr, Johanna

[14] Liste der in Hamburger Museen sichergestellten Gegenstände. Wiedergutmachungsamt am Amtsgericht Hamburg an das Zentralamt für Vermögensverwaltung Bad Nenndorf, Hamburg 16.12.1949. Staatsarchiv Hamburg 213-13_28997 Teil 2; Mitteilung zur gerichtlichen erfolgten Anordnung zur Auslieferung der festgestellten Objekte, Kulturbehörde der Hansestadt Hamburg an das Museum für Völkerkunde und Vorgeschichte, Hamburg 9.1.1951. MARKK Archiv I 861

[15] s. FN 10; Maschineschriftliche Abschrift des originalen Versteigerungsprotokolls, u.a. in Staatsarchiv Hamburg 213-13_28997 Teil 2

[16] Schreiben betr. Restitutionsansprüchen Johanna Ploschitzki, Wiedergutmachungsstelle der Hansestadt Hamburg an das Museum für Völkerkunde Hamburg, Hamburg 29.1.1949; Schreiben Helmut Ruge, Rechtsanwalt an das Hamburgische Museum für Völkerkunde und Vorgeschichte, Berlin 25.10.1950. Beide MARKK Archiv I 861.

[17] Antwortschreiben Eduard Dennert, Museum für Völkerkunde Hamburg an die Wiedergutmachungsstelle der Hansestadt Hamburg, 4.2.1948. Das Dokument enthält den handschriftlichen Vermerk „mit Herrn Prof. Termer besprochen“; Antwortschreiben Franz Termer an Helmut Ruge, Hamburg 1950. Beide MARKK Archiv I 861.

[18] Handschriftliche Notiz mit Vermerk zu in der kriegsbedingten Auslagerung verbrannten Büchern sowie einer Aufstellung aller sieben Objekte mit dem Vermerk „sind vorhanden“. Die sechs Tang-Keramiken sind zusätzlich mit einem Häkchen versehen, der „Buddhakopf aus Marmor“ mit einem Fragezeichen, o.D.; Auf dem in FN 16 erwähnten Schreiben von Helmut Ruge an das Museum wurde einen handschriftlichen Vermerk des Museums ergänzt: „Laut Postenliste ‚Ostasien C‘ wurde der Topf No 626 nicht gekauft. gez, 31.10.50“ Besagte Postenliste führt jedoch in der vollständigen Bestandsaufstellung unter der Inventarnummer 41.36:1 den Buddhakopf aus Marmor auf. Beide MARKK Archiv I 861.

[19] s. FN 17

[20] Ausführlich zur frühen Rückerstattungspolitik s. Lillteicher, Jürgen. Die Rückerstattung jüdischen Eigentums in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

[21] Staatsarchiv Hamburg 213-13_28997 Teil 1; der Eintrag „Eine Steinfigur“ trägt die Postennummer 625

[22] Staatsarchiv Hamburg 213-13_28997 Teil 5

[23] vgl. von Przychowski, Alexandra. « Buddhaköpfe und die Rezeption der chinesischen buddhistischen Kunst Anfang des 20. Jahrhunderts“ In: Tisa Francini, Esther; Csernay, Sarah (Hg.). Wege der Kunst: Wie die Objekte ins Museum kommen (Ausst. Kat. Museum Rietberg, Zürich), Zürich, 2022, S. 335–350

[24] H. d’Ardenne de Tizac. „Leon Wannieck» In: Artibus Asiae. Vol. 4, No. 1 (1930 – 1932), p. 74; „Les Wannieck, un couple entre Paris e Pékin“ Tokonoma Magazine online <https://tokonomamagazine.com/2019/07/26/les-wannieck-un-couple-entre-paris-et-pekin/> [06.06.2024]

[25] LIFTProv – Der Umgang mit Übersiedlungsgut jüdischer Emigranten in Hamburg nach 1939. Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven, 2020-2025.  <https://www.dsm.museum/forschung/wissenschaftsteam/liftprov-der-umgang-mit-uebersiedlungsgut-juedischer-emigranten-in-hamburg> [06.06.2024]; Kleibl, Kathrin & Kiel, Susanne. LostLift Datenbank, Deutsches Schifffahrtsmuseum – Leibniz-Institut für Maritime Geschichte; <https://lostlift.dsm.museum/> [06.06.2024]

[26] s. FN 20

Gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste

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