[D]eaf Culture zum Tag der Gebärdensprache

Heute assoziieren noch viele hörende Menschen die Gebärdenkultur (auf Englisch: [D]eaf Culture) mit Behinderung. Aber warum? Weil hörende Menschen nur auf Lautsprachen kommunizieren können? Wer entscheidet, was „normal“ und was „abweichend“ ist? Ist die Normalität, die wir kennen, ein Kolonialerbe? 

 Mit der Übernahme des Sozialdarwinismus in die Rassenideologie während der Kolonialzeit, hat sich die Beziehung zwischen [D]eaf (Schwerhörige und Gehörlose) und nicht-[D]eaf Menschen geändert.  Die Ideologie rechtfertigte die Entwicklung eines rassistischen und diskriminierenden Weltbildes, in dem Menschen nach Rassen und äußeren Merkmalen  kategorisiert und hierarchisiert wurden. Als Folge wurde ein medizinisches Modell entwickelt, in dem taube Menschen ihre Menschlichkeit nur durch eine Integration von [D]eaf-Kultur in die hörende Kultur wiedergewinnen konnten.

 In diesem Jahr präsentieren wir Poesie der Muttersprachler*innen auf Gebärdensprache. Aufgrund der Maßnahmen zur Einschränkung des Corona-Virus zeigen wir diese als Projektion im gr. Hörsaal des MARKK.

 Die DGS-Muttersprachlerin Martina Bergmann konzipiert zum Tag der Gebärdensprache 2020 in Zusammenarbeit mit der Kuratorin für Vermittlung, Bildung, und Publikumsarbeit Rilando June Lamadjido Führungen auf Gebärdensprache am 22.Sept um 11 Uhr, 24. September um 19 Uhr, sowie am 27. September um 14 Uhr.

Inhaltlich wurden die Führungen aus der Perspektive der Muttersprachler*innen im Haus gestaltet. Sie werden Ausstellungsobjekte am MARKK vorstellen, die für die Geschichte der [D]eaf Culture hoch relevant sind.

Anmeldung zu den Führungen siehe Einzeltermine.

 

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