Masken der Südsee (kurze Führung)

Ansammlung von Masken vor dunklem Hintergrund

Auf den Inseln des Südpazifik waren Maskenauftritte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens – vielerorts sind sie es auch heute noch. In ritualisierten Kontexten wurden menschliche Erfahrungen und sagenhafte Erzählungen in Szene gesetzt. Die mythischen Wesen und Ahnen zeigten sich in den Masken und traten darüber mit Menschen und Nachkommen in Kontakt. Jede Maske ist mit einer eigenen Gebrauchs- und Vorstellungswelt verbunden. Das geheime Wissen um die Masken wurde von Männerbünden kontrolliert.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Masken, Tanzgeräten und Ahnenfiguren aus Neuguinea, dem Bismarck-Archipel und benachbarten Inselstaaten und gibt Einblick in religiöse Vorstellungen und soziale Beziehungen der jeweiligen Gesellschaften.

Titel und Aufbau der Ausstellung spielen mit exotisierenden Vorstellungen der Südsee. Durch romantisierte Reisebeschreibungen des 19. Jahrhunderts wurden in der europäischen Vorstellung Bilder paradiesischer und geheimnisvoller Zustände mit dem Begriff der Südsee verknüpft. Gleichzeitig blieben die Lebens- und Vorstellungswelten der Bewohner:innen den meisten europäischen Betrachter:innen unbekannt.

Die Anwesenheit der Masken im Museum am Rothenbaum ist eng mit den Aufenthalten deutscher Forscher:innen, Händler:innen, Missionar:innen und Kolonialverwalter:innen im Gebiet der sogenannten Deutschen Südsee verknüpft. Das kaiserliche Schutzgebiet wurde von der deutschen Neuguinea-Kompagnie verwaltet bis es 1899 zur Kolonie Deutsch-Neuguinea des Deutschen Reiches wurde. Die Europäer:innen brachten Kunst- und Ritualobjekte der Bevölkerung der Inselgruppen als Ethnographika in europäische Sammlungen und begründeten und bedienten damit die Faszination Südsee.

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