Re-Tasting History
Performance mit Salah Zater
In „Re-Tasting History“ lädt Salah Zater das Publikum dazu ein, Speisen aus dem 13. Jahrhundert neu zu entdecken, inspiriert von mittelalterlichen Manuskripten und Rezeptsammlungen aus Al-Andalus, Nordafrika, Ägypten, Syrien und dem Irak, darunter Kochbücher wie „Scents and Flavors“ (ein anonymes syrisches Kochbuch aus dem 13. Jahrhundert), „Fiḍālat al-khiwān“ von Ibn Razin al-Tujībī (Al-Andalus), „Al-Kitab al-Tabikh“ von Ibn Sayyar al-Warraq (Bagdad) und „The Exile’s Cookbook“ von Ibn Razin al-Tujībī (Nordafrika, im Exil). Die Performance erkundet die Geschichte kulinarischer und spiritueller Praktiken aus dem Goldenen Zeitalter des mittelalterlichen Islam. Zater schafft ein intimes Erlebnis und eine vorübergehende, intensive Beziehung, indem er das Museum in ein „Food Theatre“ verwandelt. Er rekonstruiert alte Gerichte, Getränke, Düfte wie Moschus, Jasmin und Agarholz sowie regionale Spezialitäten unter Verwendung von Safran, Rosenwasser, Nüssen, Oliven und anderen mediterranen Aromen, die von herzhaften Eintöpfen und saftigen Kebabs bis hin zu duftenden Reisgerichten und Süßspeisen reichen. Zusammen mit den Ritualen des Reinigens und Parfümierens präsentiert er innovative neue Rezepte und ein einzigartiges kollektives Erlebnis, bei dem sich persönliche Erzählungen durch die Performativität des gemeinsamen Kochens und Essens mit kulinarischer Geschichte überschneiden. Die Performance beleuchtet die reiche kulinarische Tradition, die Vielfalt und das Erbe der abbasidischen Kultur und zeigt, wie die Menschen damals lebten, feierten und wie sie Körper, Geschmack und Macht verstanden.
Über Salah Zater
Salah Zater ist ein in Hamburg lebender Performancekünstler, Tänzer und ehemaliger Fernsehjournalist. Er ist Gründer von Zater’s Community Kitchen, einer einzigartigen Initiative, die Kunst, Aktivismus und kulinarische Performance verbindet, um interkulturellen Austausch und Gemeinschaft zu fördern. Im Jahr 2024 wurde er mit dem Kaleidoskop-Kunstpreis des Kampnagel-Theaters ausgezeichnet. Zaters Werke setzen sich oft emotional mit Themen wie menschlichen Beziehungen, Identität und sozialen Fragen auseinander, darunter Liebe, Angst, Rassismus, Dekolonialisierung und soziale Gerechtigkeit. Ausgehend von seinen eigenen Lebenserfahrungen als Mensch mit Migrationshintergrund fordert er das Publikum auf, sich mit unbequemen Wahrheiten über Macht, Privilegien und die Fragilität menschlicher Beziehungen auseinanderzusetzen. Durch seine Kunst möchte er die Stimmen marginalisierter Gemeinschaften verstärken und zu kollektivem Handeln für eine gerechtere Gesellschaft inspirieren.
Wissenswertes
Museumseintritt