Amani

Auf den Spuren einer kolonialen Forschungsstation

Sandalen aus Amani

„Im Museum am Rothenbaum gibt es – schon wieder – eine sehr sehenswerte Ausstellung, auch diesmal zu einem Thema, von dem man noch fünf Minuten vor dem Betreten des Hauses nicht gedacht hätte, sich dafür zu interessieren. Die Schau befasst sich mit der Geschichte des Biologisch-Landwirtschaftlichen Instituts Amani im Usambara-Hochland im heutigen Tansania. Von dort aus erforschten die vermeintlich zivilisierten Europäer zu Kolonialzeiten das Leben der sogenannten wilden Ureinwohner. Robert Koch war einer der vermeintlich Zivilisierten. Kann das die ziemlich verquere damalige Weltsicht, auf der die Arbeit des Instituts fußt, rechtfertigen? Ich mag Ausstellungen, die man mit mehr Fragen als Antworten verlässt.“ (Florian Zinnecker, ZEIT Hamburg/DIE ZEIT Nr. 40)

 

Das 1902 gegründete Biologisch-Landwirtschaftliche Institut Amani war ein deutsches Vorzeigeprojekt im tansanischen Usambara-Hochland. Hier
wurden – zunächst von europäischen, später von tansanischen Wissenschaftler*innen – Land- und Forstwirtschaft, Tropenkrankheiten und Flora und Fauna des Regenwaldes studiert. Die Ausstellung befasst sich mit den ambivalenten Überresten deutscher Kolonialwissenschaft, deren Perle Amani einst sein sollte. Ethnolog*innen und Künstler*innen verfolgen in der Ausstellung die Spuren der Station – vor Ort, im Leben derer, die dort gearbeitet haben, sowie in Hamburger Sammlungen – und dokumentieren die oft überraschende Gegenwärtigkeit kolonialer und postkolonialer Geschichten.

Mit Arbeiten von Evgenia Arbugaeva, Rehema Chachage, Syowia Kyambi und Mariele Neudecker. Gastkurator ist der gebürtige Hamburger, Biologe und Sozialanthropologe Prof. Dr. Paul Wenzel
Geißler (Universität Oslo).

Die Ausstellung und ihre Begleitveranstaltungen werden unterstützt durch National Institute for Medical Research Tanzania, National Museums of Tanzania, Körber-Stiftung, Goethe-Institute Kenia und Tansania, Freunde des Museums am Rothenbaum MARKK e.V., University of Oslo, Department of Social Anthropology und University of Amsterdam, Centre for Social Science and Global Health und Economic and Social Research Council.

 

Aus der Ausstellung

Das grüne Gold, Verrosteter Weichstahl, Tinte, Glasflasche, Nägel, Videoprojektion, Ton über Kopfhörer
Ikonokarte mit historischen Fotografien aus Amani
Verlassene Angestelltenhäuser
Bestattungsmarionette, Holz, Metall, 19. Jh.
Fotografie aus der Serie Amani
Wegweiser zur Forschungsstation Amani
Uniform, Baumwolle, Synthetikfaser, ca. 1970
Your Head is Older Than Your Feet, Rostfreier Stahl, Papier, Stereobetrachter, Stereoskopische Fotografie Mit Wandfassung
(Z)Amani za Kale: A Former Glory(?), Rehema Chachage, räumliche Installation, Erde, Steine, Video, Ton
Stuhlmanns Direktorenhaus

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Melden Sie sich zu unserem Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig Informationen zu unseren Veranstaltungen.