Ausgezeichnet: Künstlerinnen des Inventars

Die Ausstellung „Ausgezeichnet: Künstlerinnen des Inventars“ wirft einen Blick hinter die Kulissen des Museums in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und auf die Tätigkeit seiner weiblichen Angestellten, die zu jener Zeit im Hintergrund der männlich dominierten Einrichtung wirkten. Erstmals werden die Zeichnerinnen in das Licht der Öffentlichkeit gerückt, die damals zur Dokumentation der Sammlungen beschäftigten wurden. Die Ausstellung würdigt die Arbeit der Frauen, weist ihnen die Autorenschaft an ihren Werken zu und zeichnet sie als Künstlerinnen aus.

Ein wichtiges Arbeitsmittel im Museum sind zur Dokumentation der Sammlungsbestände angefertigte Inventarkarten. Die meisten dieser Inventarkarten verfügen über feine, detailgenaue und teilweise farbig aquarellierte Zeichnungen des Objekts. Diese Abbildungen stammen aus der Feder von Zeichnerinnen, die das Haus ab 1907 in großer Zahl beschäftigte.

Zum ersten Mal befasst sich das Museum mit diesen Künstlerinnen des Inventars, die wichtige Arbeit leisteten und in Vergessenheit gerieten. In Jahresberichten, Personal- und Sammlungsakten oder zeitgenössischen Korrespondenzen sowie in wissenschaftlichen Werken konnten bisher 21 Namen von Frauen ausgemacht werden, die als Zeichnerinnen für das Museum tätig waren.

Für die Ausstellung gelang es einzelne Biografien in Teilen zu rekonstruieren. Sie zeichnen ein Bild der damaligen gesellschaftlichen Situation, der Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten von Frauen. Eine Vielzahl von historischen Fotografien aus den Archiven des Museums ergänzt das in der Ausstellung gezeichnete Bild der Frauen und gibt zudem einen Einblick in die damalige Arbeitssituation im Museum.

Gleichzeitig wurde für die Ausstellung das erste Mal der Versuch unternommen die unsignierten Zeichnungen der jeweiligen Urheberin zuzuordnen. Die große Auswahl der in der Ausstellung gezeigten Zeichnungen von Museumsobjekten zeugt von künstlerisch hochwertiger Arbeit und lässt zudem eine jeweils individuelle Herangehensweise an die Aufgabe der vermeintlich objektiven Reproduktion sowie einen eigenen Zeichen- und Malstil erkennen. Ausgewählte Objekte, die den Inventarkarten gegenübergestellt sind, ermöglichen dem Besucher einen Vergleich zwischen Objekt und zugehöriger Zeichnung herzustellen.

Ergänzt wird die Präsentation durch Zeichnungen der Frauen, die diese zum Beispiel zur Illustration wissenschaftlicher Werke anfertigten sowie von einzelnen Frauen angelegte Objektsammlungen, die weitere Interessen der Frauen aufzeigen.
Der Ausstellungstitel verweist auf die möglichen Berufswünsche und Lebensziele der Frauen, deren Erfüllung ihnen die gesellschaftlichen Umstände in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschwerten oder gar verwehrten.

Publikation

Rahel Wille, 2019: Ausgezeichnet: Künstlerinnen des Inventars
Hamburg: © Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK). ISBN 978-3-944193-10-6, 73 Seiten, 8,90 €

 

Gefördert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg

Berufstätige Frauen im Fokus: Weitere Ausstellungen in Hamburg

Museum der Arbeit:

„Frau Architekt. Seit mehr als 100 Jahren: Frauen im Architektenberuf“

Die Architektur war lange Zeit eine Männerdomäne. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts  wurden Frauen erstmals an den Technischen Hochschulen in Deutschland zu diplomierten Architektinnen ausgebildet und haben – oft mit innovativen Ideen und nicht selten gegen massive Widerstände – maßgebliche Beiträge zur Entwicklung der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts geleistet. Die Ausstellung im Museum der Arbeit geht diesem Phänomen nach und zeigt historische und aktuelle Entwicklungen.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier:

 

Museum für Kunst und Gewerbe:

„Gegen die Unsichtbarkeit. Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938″

„Gegen die Unsichtbarkeit. Designerinnen der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 bis 1938“  wirft ein Schlaglicht auf Gestalterinnen, die tradierte gesellschaftliche Muster durchbrachen und mit der Ausübung eines zuvor Männern vorbehaltenen Tätigkeits- bereiches mehr Autonomie und Selbstbestimmung im beruflichen und gesellschaftlichen Alltag erlangten.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier:

 

 

 

Medizinhistorischen Museum:

„Ärztin werden“

Die Ausstellung „Ärztin/Arzt werden“  beleuchtet  die Wechselwirkungen von Medizin, Gesellschaft und Politik in der medizinischen Lehre –  von der umstrittenen Gründung einer medizinischen Fakultät in Hamburg und der umkämpften Zulassung von Frauen zum Medizinstudium bis hin zu den Forderungen der 68er-Bewegung nach einem neuen Ärztinnen/Ärzte-Bild.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier:

Aus der Ausstellung

Inventarkartenzeichnung zu „Augenschirm aus Holz mit Schnitzerei aus Walzahn“
Inventarkartenzeichnung zu „Augenschirm aus Holz mit Schnitzerei aus Walzahn“
Augenschirm aus Holz mit Schnitzerei aus Walzahn
Arbeitsfoto Inventarkarten
Zeichnerin Nora Witt

Kommende Begleitveranstaltungen

Führung: Ausgezeichnet. Künstlerinnen des Inventars

Zur Veranstaltung

Führung: Ausgezeichnet. Künstlerinnen des Inventars

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Kinder, auf ins MARKK!

»Das DINGStitut« Institut zur Erforschung und Dokumentation der alltäglichen Dinge

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Inventarkartenzeichnung zu „Augenschirm aus Holz mit Schnitzerei aus Walzahn“

Ausgezeichnet. Künstlerinnen des Inventars

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