Europa

Das Museum am Rothenbaum besitzt als einziges ethnographisches Museum Deutschlands eine Europa-Sammlung. Sie umfasst West- und Osteuropa sowie den nordasiatischen Raum und wird zum Süden hin vom Kaukasus begrenzt.

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Die Sammlung strukturiert sich im Wesentlichen nach Sammler*innen. Besonders zu erwähnen sind Arthur Byhan (1872-1942), der erste Leiter der damals „Eurasiatischen Abteilung“ des Hauses, der Ethnologe und Ethnographika-Händler Julius Konietzko (1886-1952) und der Hamburger Augenarzt Siegfried Seligmann (1870-1926). Von Byhan stammen Objekte aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Russland, aber auch Sardinien. Neben geographischen Sammlungsprinzipien interessierte er sich ebenfalls für bestimmte ethnische Gruppen wie die Serben und Kroaten.

Konietzko hingegen spezialisierte sich auf die nord- und südwesteuropäischen Gebiete, besonders Finnland, Irland und Schottland, Spanien, Italien und die Schweiz. Auch Konietzko sammelte darüber hinaus gruppenspezifisch, so Objekte der skandinavischen Sami.
Siegfried Seligmann schenkte dem Museum 1927 eine umfangreiche Amulettsammlung. Wichtige Islandbestände kamen durch Hans Kuhn (1899-2014) ins Haus. Ebenso erwähnenswert sind die über 3000 keramischen Objekte und Töpfereigeräten aus Spanien, die von Rüdiger Vossen angelegt wurde und in den Jahren nach 1970er Jahren entstand. Sie zählt zu den umfangreichsten Keramiksammlungen außerhalb Spaniens.

Unter die wichtigen Neuzugänge aus jüngerer Zeit fallen die hervorragend dokumentierten Sammlungen von Marianne und Peter Reinicke zu Schweden und von Kaarina Dehls zu Finnland. 1996 erhielt das Museum eine vielfältige Sammlung zur religiösen Volkskunde des 19. Jahrhunderts aus dem Dorf Großenwörden im Landkreis Stade.

Zu den wichtigen Einzelobjekten der Europa-Sammlung gehören ein jüdischer Thora-Wimpel und der sogenannte Gall´sche Schädel. Der Thora-Wimpel war im Jahr 1711 dem Gotteshaus in Halberstedt zu Ehren der Geburt von Mordecai Gimpel gestiftet worden und wurde dem Museum 1917 geschenkt. Der Schädel mit eingezeichneten Hirn- und Charakterarealen nach der Lehre des Mediziners Franz Joseph Gall (1757-1828) stammt aus dessen eigener Lehr- und Foschungssammlung.

Objekte

menschliche Figur, trägt einen Trachtenanzug mit einem hohen Kopfaufsatz, der mit Spielgeln und floralen Mustern verziert ist

Maskenanzug eines Spiegelperchts

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