Ozeanien

Die Sammlungen der Abteilung umfassen Objekte aus den pazifischen Inselstaaten Melanesiens, Polynesiens und Mikronesiens. Auch Australien und große Teile des Malaiischen Archipels sind aus historischen Gründen ebenfalls in die Abteilung integriert. Die Objekte datieren überwiegend in das 19. Jahrhundert und die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

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Kanu aus Holz mit Seitenausleger

Bereits in den 80er Jahren des 19. Jh. erfuhr die Sammlung eine erste entscheidende Erweiterung durch die Übernahme von ca. 700 Objekten aus dem aufgelösten Museum Godeffroy, das dem Unternehmen Joh. Ces. Godeffroy & Sohn angeschlossen war und über den Handel mit Übersee auch zahlreiche ethnographische Objekte nach Hamburg brachte.

„Rauru“, das um 1900 bei Whakarewarewa fertiggestellte und eingeweihte Versammlungshaus aus Neuseeland, ist in seiner Vollständigkeit in Europa einzigartig. Seit 1912 befindet es sich im oberen Südflügel des Museums und bietet wichtige Anknüpfungspunkte für den Austausch mit den Nachfahr*innen der Schnitzerfamilien, die sich diesem taonga besonders verbunden wissen.

Den Schwerpunkt der Abteilung bilden Sammlungen aus dem Bismarckarchipel, Neuguinea und den Karolinen. So erwarb das Museums kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert die umfangreiche Sammlung des Kaufmanns Franz Emil Hellwig von den Inseln Wuvulu und Aua. Vor allem die von Georg Thilenius initiierte Hamburger Südsee-Expedition aus den Jahren 1908-1910 hat dazu beigetragen, dass aus den deutschen Kolonialgebieten weitgehend geschlossene und gut dokumentierte Sammlungen mit Masken, Tanzgeräten und Skulpturen angelegt wurden. Umfangreiche Ankäufe in den 60er Jahren ergänzen den Bestand um einige hundert Stücke aus dem Binnenland des heutigen Papua-Neuguinea.

Aus Mikronesien dominieren die Gegenstände des täglichen Lebens wie Hausrat, Kleidung und Utensilien des Fischfangs, die überwiegend im zweiten Jahr der Hamburger Südsee-Expedition auf den Karolinen erworben wurden. Ankäufe jüngeren Datums dokumentieren vor allem die Wiederbelebung des traditionellen Handwerks.

Die Schwerpunkte des Australienbestands liegen in erster Linie auf Ritualobjekten, Schmuck, Waffen und Kleidung der Bewohner*innen Nordwest- und Zentralaustraliens. Insbesondere die in die erste und zweite Dekade des 20. Jh. datierenden Sammlungen des Missionars Oskar Liebler und des Breslauer Anthropologen Hermann Klaatsch sind hier maßgeblich. Neuere Ergänzungen aus Westaustralien verdankt das Museum dem Ozeanisten Helmut Petri.

Umfangreiche Neuerwerbungen an Schattenspielfiguren und Stoffen, die im Rahmen von Feldforschungen der Kuratorin Clara Wilpert getätigt wurden, prägen seit den 70er Jahren das Profil der Indonesiensammlung. Sie hatte wie auch die anderen Sammlungsbereiche im Zweiten Weltkrieg bedeutende Bestände einbüßte. Akzente setzte hier einst die in die Anfänge des 20. Jh. datierende Sammlung des Arztes Johannes Winkler mit ihren Zeugnissen der Kultur der Batak Sumatras.

Objekte

Kanu aus Holz mit Seitenauslager, Seitenansicht

Kanu

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männliche Holzfigur stehend

Skulptur

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