Amerikas

Der amerikanische Doppelkontinent von Alaska, Grönland bis Feuerland ist mit archäologischen und ethnographischen Beständen aus dem 19. und 20. Jahrhundert sehr vielfältig vertreten. Einen Schwerpunkt bilden Zeremonial- und Alltagsgegenstände der altamerikanischen Kulturen Mittel- und Südamerikas.

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Perlenverzierte Mokkassins Plains und Prärien, USA Ende 19./Anfang 20. Jh.

Arktis und Nordamerika

Zu den frühesten arktischen Beständen des Museums zählt das vom inzwischen umstrittenen norwegischen Ethnographen Johan Adrian Jacobsen 1877 gesammelte Konvolut aus Westgrönland, das er im Auftrag Carl Hagenbecks für eine 1878 organisierte Völkerschau zusammengetragen hatte. 1909 bis 1925 erwarb das Museum eine weitere Sammlung aus Grönland vom Musikethnologen Christian Leden. Herausragend ist die Sammlung an Masken aus der Arktis und von der Nordwestküste des Pariser Kunsthändlers Charles Ratton von 1936, der in engem Austausch mit surrealistischen Künstlern stand.

Weitere Schwerpunkte der Sammlung liegen in den Regionen der Nordwestküste, der Plains und Prärien und des Südwestens. Vor allem die Sammlung des bekannten Hamburger Kunsthistorikers und Kulturwissenschaftlers Aby Warburg, der 1895/96 Tongefäße, Katsina-Figuren und Tanzutensilien aus dem Südwesten der USA erwarb, ist bedeutsam. Auch modernes Kunsthandwerk der 1980/90er Jahre, u.a. von Blackfeet-Künstlern und Bildhauern der Nordwestküste sowie Werke von zeitgenössischen Künstlern, wie Fritz Scholder, Richard Glazer Danay oder Jaune Quick-to-See-Smith, sind in der Sammlung enthalten.

Mittel- und Südamerika

Die umfangreichen archäologischen Sammlungen bilden einen Schwerpunkt aus dieser Region. Für Mexiko sind hier vor allem die Sammlungen des Hamburger Kaufmanns und Wissenschaftlers Hermann Strebel und des Deutsch-Mexikaners Albert Hackmack zu nennen, die beide um 1900 ins Museum gelangten. Bereits um 1880 hatte auch der Hamburger Kaufmann und spätere Museumsvorsteher Carl Wilhelm Lüders eine größere mexikanische Sammlung eingebracht. Weitere Archäologica spendete 1926 der Hamburger Oberlehrer Hugo Leicht. Aus Zentralamerika kamen größere Bestände vor allem in den 1920er Jahren über den ehemaligen Museumsdirektor Franz Termer und in den 1950/60er Jahren über dessen Schüler und späteren Kurator Wolfgang Haberland, die sie im Rahmen ihrer Forschungen in Guatemala, Panama, Nicaragua und Costa Rica erworben hatten.

Besondere Bedeutung, auch in Peru selbst, kommt der archäologischen Sammlung aus Nordperu des norddeutschen Forschers Hans H. Brüning zu. Eine große Anzahl feiner Gold-, Silber- und Bronzeartefakte wird ergänzt von einem umfangreichen schriftlichen und fotografischen Nachlass. Von der Südküste Perus ist die große Sammlung des Bergedorfer Kaufmanns Hermann Rödinger hervorzuheben, die vor allem Textilien und Grabgefäße umfasst.

Für das 19. und 20. Jahrhundert bilden die Bestände aus Guatemala aufgrund ihrer Qualität und ihres Umfangs einen besonderen Schwerpunkt. Die umfangreichen Textilsammlungen der Kaffeehändler Georg und Milly Mann sowie Carlos Elmenhorst belegen Kleidungstraditionen aus sämtlichen Regionen Guatemalas. Die Forschungsreisen des Kurators Bernd Schmelz haben diese Bestände in jüngster Vergangenheit ergänzt.

Aus dem südamerikanischen Tiefland gelangten im Laufe des 20. Jh. mehrere größere Sammlungen bekannter Wissenschaftler ins Museum, darunter Theodor Koch-Grünberg, Curt Nimuendajú, Herbert Baldus, Franz Caspar, Pater Protásio Frickel oder Borys Malkin. Besonders erwähnenswert ist die Sammlung von Gustav J. Vollmer, die bereits 1850 ins Museum kam und einige frühe Federobjekte aus dem Gebiet des oberen Rio Negro beinhaltet.

Eine Besonderheit stellt die Sammlung zu den afroamerikanischen Kulturen aus Surinam des bekannten US-amerikanischen Anthropologen Melville Herskovitz aus den 1930er Jahren dar. Die moderne Sammlung des Musikethnologen Tiago de Oliveira Pinto zum Candomblé dokumentiert eine der wichtigsten afro-brasilianischen Religionen. Aus dem Andengebiet sowie der Chaco-Region sind mehrere kleinere Bestände u.a. zu den Mapuche aus Chile und Argentinien erwähnenswert, außerdem Textilien oder kolonialer Silberschmuck aus Peru und Bolivien.

Objekte

Bemalter Wandbehang mit Gefangenendarstellung Nord- oder Zentralküste Perus

Bemalter Wandbehang mit Gefangenendarstellung

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Steinfigur mit eingeritzten Glyphen

Figur mit eingeritzten Glyphen

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Zeremonielle Frauentracht (Bluse, Rock, Gürtel, Tuch, Haarband)

Frauentracht

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Ohrpflockscheibe mit Figur im Prunkornat Lambayeque-Kultur;

Ohrpflockscheibe mit Figur im Prunkornat

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Reliefverzierte Steinkiste mit Deckel

Reliefverzierte Kiste mit Deckel, tepetlacalli

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