Ost- und Südasien

Die Sammlung umfasst rund 40 000 Objekte aus Regionen von Pakistan bis zur Mongolei, einschließlich des südostasiatischen Festlands. Große Bestände kommen aus China und Indien, Japan, Korea, dem Tibetisch-Buddhistischen Raum, Pakistan und Myanmar.

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Viele Sammlungsstücke ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden entweder in Massenproduktion für den Inlandsbedarf oder direkt für den Export hergestellt. Kunstwerke oder Einzelstücke konnte das Museum zu dieser Zeit nur aus Ländern unter Kolonialverwaltung erwerben, so zum Beispiel Waffen aus Indien, oder aus Japan, wo durch politische Umwälzungen Samurai-Objekte auf den Markt kamen.

In der Hochphase des deutschen Kolonialismus zwischen 1880 und 1933 änderte sich dies. So kaufte das Museum Wandmalereien aus Tempeln des 11. Jahrhunderts in Bagan (Myanmar), die sich Theodor Heinrich Thomann in Britisch-Burma angeeignet hatte, und chinesisches Plünderungsgut aus westlichen Militärexpeditionen, darunter Schlachten- und Offiziersgemälde aus den kaiserlichen Gedenkhallen ziguangge und wucheng dian.

Aus Forschungs- und Sammelreisen, deren Materialien durch Hamburger Ethnographika Händelshäuser wie Umlauff und Konietzko auf verschiedene europäische Museen verteilt wurden, kamen Teile der Mongolei-Sammlung Hans Leder (1904), der Osttibet-Sammlung Walther Stötzner  (1914) und der Ainu-Sammlung  von  Benedek Balogh von Báratos (1914) ins Museum. Auch die Kolam-Masken aus Sri Lanka  aus den Hagenbeck´schen Völkerschauen wurden von Umlauff vermittelt.

Der Vorbesitzer der „Kupferpuppe“, einer 1669 in Japan hergestellten Modellfigur für ostasiatische und westliche Medizin, war vermutlich Medizinalrat Krefting, der als einer von von immer mehr Deutschen in ausländischen Diensten arbeitete. Ostasiatische Landkarten  erwarb der Carl Christian Gottsche beim Aufbau des geologischen Instituts der kaiserlichen Universität Japans und bei Prospektierungsarbeiten im Auftrag des koreanischen Königs Kojong. Koreas erster Honorarkonsul in Deutschland,  H.C. Eduard Meyer, stellte eine Koreasammlung zusammen. Von der Lehrerin Elsa Marquardt erhielt das Museum Alltagsgegenstände aus dem Tokyo der 1920er/1930er Jahre.

Aus jüdischem Vorbesitz ersteigerte das Museum 1941 die im Hafen beschlagnahmte Teezeremonie-Sammlung von Anna Berliner.

Durch erste Sammel-Kooperationen mit lokalen Institutionen brachten der  Sinologe Fritz Jäger und der  Kustos Otto Samson um 1930 komplette Berufsausstattungen und Produktserien aus China. Der Abteilungsleiter Gernot Prunner baute um 1980 mit dem Ethnologen Cho Hungyoun die Sammlung zum koreanischen Schamanismus aus.

Große Zuwächse an indischen Plastiken ab 1970 verdankt das Museum dem Kaufmann F. K. Heller. Gleichzeitig kam durch Schenkungen und Ankäufe eine der größten Sammlungen indischer Andachtsbilder Europas ins Haus. Es nahm nun erste Sammlungen auf, die komplett von Gastkurator*innen aus den Herkunftsländern ausgewählt wurden. Beispiele sind die von Julie Cheng vermittelten Farbzeichnungen Liu Zengfu´s von Pekingopernmasken oder die 2017 von koreanischen Volkskundlern unter der Leitung von Ki Yang zusammengestellte „Uri Korea“ –Sammlung zum modernen koreanischen Großstadtalltag.

Objekte

Hofdamen beim Spiel in den europäischen Räumen des Sommerpalasts Yuanmingyuan

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Iimura Gensai: Japanisch-europäisches Medizinmodell

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Königlicher Prinz: Illuminierte Handschrift des Ramakien

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Monumentalgemälde „Großer Sieg bei Qurman“

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Prachthandschrift der Bhagavata Purana

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